Vertrag für Kastrationsaktionen

Das Konzept der Gemeindekliniken, wie es der Tierärztepool des Förderverein Arche Noah Kreta e.V auf Kreta seit mehreren Jahren praktiziert, stellt eine in der Tierschutzwelt einzigartige Form der Zusammenarbeit und Verantwortungsübernahme zwischen Tierschutzorganisationen und staatlichen Stellen dar.

Nach vielen Jahren der vor allem rechtlich etwas unklaren Lage bei den Kastrationsaktionen auf Kreta strebte der Tierärztepool seit langem eine langfristig funktionierende Lösung für die tiermedizinischen Versorgung der Straßentiere an. Mit der Gemeindklinik Rethymnon startete unser neues Konzept im Jahr 2014 sehr erfolgreich.

Das Prinzip

Die Straßentiere sind laut des griechischen Tierschutzgesetzes Eigentum der jeweiligen Gemeinde. Diese ist folglich auch verpflichtet, für die Straßentiere zu sorgen und ein vernünftiges Management der Population zu gewährleisten. Für die meisten Gemeinden stellt das eine schwierige, wenn nicht gar unlösbare Aufgabe dar. Es müssen nicht nur kranke Tiere versorgt werden, sondern besonders wichtig ist die Unfruchtbarmachung der vorhandenen Tiere. Hier bietet der Tierärztepool seine professionelle Hilfe an: Wir stellen speziell ausgebildete Tierärztinnen, die in der Lage sind, viele Tier pro Tag mit minimalinvasiver Technik zu operieren.

Um die Zusammenarbeit auf belastbare Säulen zu gründen, wird nach ersten Sondierungsgesprächen mit einer interessierten Gemeinde ein Vertrag geschlossen, der die Rechte und Pflichten der Zusammenarbeit regelt. In der Regel stellt die Gemeinde einen Raum zur Verfügung, der veterinäramtlich abgenommen ist und in dem die Kastrationsaktionen stattfinden. Die zweite Säule des Konzepts sind die lokalen Tierschützer. Sie organisieren die Kastrationstage, vergeben Termine, fangen Tiere ein und helfen rund um die Aktion mit. Der Tierärztepool stellt das tiermedizinische Personal. Wir entsenden ein eingespieltes Team aus einer Tierärztin und einer Assistentin, die den gesamten Bereich von der OP-Vorbereitung über die eigentliche Kastration bis hin zu notwendigen medizinischen Nachsorgen übernehmen. Auf Kreta vollkommen kostenfrei für Gemeinde und lokale Tierschützer. Durch die langjährige Erfahrung und spezielle Ausbildung können unsere Tierärztinnen je nach Art der vorgestellten Patienten oft mehr als dreißig Tiere pro Tag und Operateurin unfruchtbar machen.

Erfolge

Auf Kreta betreiben wir mittlerweile in sieben Gemeinden die Gemeindekliniken. Durch die große Nachfrage findet mittlerweile an nahezu jedem Tag eines Monats in einer der Kliniken eine Kastrationsaktion statt. Die Kliniken werden entsprechend der Nachfrage und der lokalen Organisation im Rotationsprinzip betrieben. Für eine Ausweitung dieser Tätigkeit stehen wir gerne weiteren Gemeinden zur Verfügung, wenn durch die lokalen Tierschützer die entsprechenden Bedingungen wie oben beschrieben geschaffen sind. Sprechen Sie uns bei Interesse an.

Der Vertrag

Wir haben für alle, die sich für unentgeltliche Kastrationsaktionen in ihrer Gemeinde interessieren, einen Mustervertrag angefertigt, der mit dem Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde abgeschlossen werden muss. Der Mustervertrag ist auf Griechisch verfasst und in einer weiteren Datei kann die deutsche Übersetzung eingesehen werden. Je nach Besonderheiten in der eigenen Gemeinde, können die Verträge ergänzt werden. Wichtig ist, dass aus den Verträgen keine Klauseln gestrichen werden, da nach unseren Erfahrungen ansonsten eine Genehmigung vom Ministerium versagt werden kann.

Bei Rückfragen oder Verständnisproblemen, können sich die einzelnen Vereine an Frau Rechtsanwältin Rohde-Tsioros, am besten per Email ( rohde-tsioros@t-online.de ) wenden, damit sie die Verträge vor der Unterzeichnung durchsehen kann und gegebenenfalls Änderungen vorschlagen kann. Wir bitten Sie, daran zu denken, dass in den meisten Gemeinden die Räumlichkeiten für die Kastrationsaktionen das größte Problem sein werden, zumal auch eine Genehmigung nach Abnahme der jeweils zuständigen Veterinärbehörde eingeholt werden muss. Die Genehmigungsphase kann etwas länger dauern, je nach Kooperationsbereitschaft der Behörde. Zudem ist der Raum meist der einzige Punkt, der eine gewisse Finanzierung durch die Gemeinde bedarf, so dass die Verhandlungen mit den Gemeinden wohl meist an diesem Punkt aufgehängt werden müssen.Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und auf unsere weiteren genehmigten und legalen Kastrationsaktionen in Griechenland.


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