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Oliver Wulff

Während ich den Report Nr. 24 Stück für Stück zusammensetze, fühle ich mich wie ein halbabgelutschter Lolli vor einem Bienenstock. Wie immer rückt der Termin zur Drucklegung für alle Beteiligten auf einmal sehr plötzlich und unerwartet näher, und aus allen Ecken kommen von den Tierärzten Textschnipsel und Bilder auf mich zugeflogen und bleiben an mir kleben.

Wie immer läuft alles etwas durcheinander und nicht so ordentlich, strukturiert und steril wie bei den Operationen und Kastrationen. Ich versuche, immer nur dosiert zu meckern, nur behutsam die Kommunikationswege zu steuern und zu reglementieren. „Es sind halt Ärzte“, denke ich mir, kreativ mit Skalpell und Knochensägen, dafür eben etwas chaotischer, wenn es um die Zulieferung von Daten geht. Immerhin sind erst heute wieder Bilder zur Bearbeitung in meiner Mailbox gelandet.

Und ich, der zartbesaitete Grafiker mit Nadelphobie, der umkippt, wenn er einen Tropfen Blut sieht, öffnet die Dateien mit nichtssagenden Bezeichnungen wie „IMG556.jpg“ oder „jack.png“ nichtsahnend und wird noch vor dem Frühstück mit offenen Bauchdecken und zerfetzten Vorderbeinen konfrontiert. Jedes Mal ein schöner Überraschungseffekt. Da hilft nur eins: In Gedanken durch grüne Auen mit grasenden, regenbogenpupsenden Einhörnern laufen, während der Rest meines Körpers die Bilder retuschiert. Warum ich das mache? Ich kenne Thomas Busch seit Jahren. Ich finde die Kastrationsaktionen und den Grundgedanken des Tierärztepools sehr gut und helfe gern. Am OP-Tisch würde ich – siehe oben – umkippen, aber beim Grafikdesign fühle ich mich wie ein Hund im Wasser.

Oliver Wulff
Graphiker