Rethymnon

Nach vielen Jahren Tierschutzarbeit sind wir der Meinung, dass nur Kastrationen die Lage der Streuner verbessern können. Eine legale Möglichkeit musste gefunden werden, damit endlich mit der Arbeit auch die Öffentlichkeit erreicht werden konnte.Nelly Zisimopoulou

Die Stadt Rethymno liegt in der Mitte der Insel Kreta. Im Oktobr 2014 startet unser Konzept der Gemeindekliniken hier mit der Eröffnung der ersten Klinik.

  • Thomas Busch mit dem Buergermeister von Rethymnon
  • das Klinikgebaeude
  • Schluesseluebergabe

Von den Behörden wurden wir mit dem Management der Straßentierpopulation innerhalb des Gemeindegebietes betraut. Mit monatlich wenigstens drei Operationstagen ist die Klinik in Rethymno bis uzum heutigen Tag einer der am meisten von unseren Teams frequentierten Arbeitsorte.

Die unterschiedlichen lokalen Tierschutzvereine arbeiten eng zusammen, um möglichst effektiv soviele Strassenhunde und -katzen als möglich zu fangen und sie zu den vereinbarten Terminen in die Klinik zu bringen. Viele davon können auch erfolgreich vermittelt werden und müssen nicht zurück in ihr Streunerleben.

Ausser den Kastrationen nehmen unsere Tierärztinnen an Gemeinderatssitzungen teil und konnten auch hier weitere Erfolge erkämpfen:

  • regelmässige Besuche in Schulen, gemeinsam mit den lokalen Tierschützern, stellen eine Basis für den auch in Deutschland mittlerweile populären Tierschutzunterricht dar
  • nach langem Druck auf die Behörden arbeitet mittlerweile auch die Polizei mit uns zusammen und setzt die geltende Tierschutzgesetzgebung durch. Dies geschieht unter anderem durch Kontrollen privater Tierhalter (Einhaltung der Mikrochip-Pflicht, illegale Zucht, Einhaltung der vorgeschriebenen Tierhaltung). Hierbei werden bei Verstössen auch Strafen verhängt.
  • Einrichtung von Futter- und Tränkstellen im Stadtgebiet von Rethymno
  • es existiert auch ein kleines Budget, auf das die Tierschützer zugreifen können, wenn Strassentiere weitergehende Behandlung ausser der Kastration benötigen

Von 2016 bis Oktober 2018 konnten für die Region Rethymno 2175 Hunde und Katzen kastriert werden.

Obwohl die Notwendigkeit Kastrationen anzubieten nie aufhören wird, sind wir stolz darauf, dass durch unser zielgeführtes Handeln gemeinsam mit den lokalen Tierschutzgruppen Rethymno zur erfolgreichsten Gemeinde auf Kreta im Sinne des Straßentiermanagements geworden ist und im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden auf Kreta die Populationen an Straßenhunden und -katzen hier deutlich abgenommen haben.


Infos

  • Schwerpunkt: Kastrationen in der lokalen Tierschutzklinik, medizinische Versorgung von Strassentieren
  • Projektzeitraum: seit 2014
  • Ansprechpartner: griechenland@tieraerztepool.de

Bild des Tages für den 10.08.2019

Letzte Neuigkeiten

10.08.2019 Kreta

Der Bürgermeister der Stadt Rethymno, der zweite Bürgermeister, der Präsident der Tierärztekammer und ich haben einen gewaltigen Fehler gemacht. Wir trafen uns in dieser Runde leider erst am Donnerstag, den 08.08.2019. Mindestens 10 Jahre zu spät.
Vielleicht brauchte die gesamte Entwicklung des Tierschutzes aber auch diese Zeit, bevor die Führenden und Verantwortlichen merkten, dass nur ein ?Gemeinsam? ziehführend sein kann. Wir jagten Phantome, hatten keine Vorstellung von den Werten des Anderen, teilten den gemeinsamen Beruf in Gut und Böse. Wir vertrauten uns nicht und stritten über Geld, welches nicht da war. Meiner Meinung nach ein Fehler von uns allen. Nach einem freundschaftlichen und sehr kollegialen Gespräch im Rathaus, entstand Sympathie und viel Verständnis für die jeweils andere Seite. Wünsche und Forderungen, die den Straßentieren seit Jahren zugestanden werden sollten, formulierten sich um in Selbstverständlichkeiten.
Auf Einzelheiten dieser Gesprächsrunde möchte ich hier noch nicht eingehen, alleine schon deshalb nicht, weil andere Gemeinden auf Kreta dem fortschrittlichen Denken der Gemeinde und Tierärzteschaft Rethymnons hinterherhinken und wir keinen sinnlosen Neid und damit Ärger erzeugen wollen.
Fest steht aber - und das ist in unseren Augen ein großer Erfolg - dass unsere Kastrationsaktionen weitergehen. Wir werden sie ausbauen, ortsansässige Tierärzte mit ins Boot holen, gemeinsame Workshops anbieten und nicht mehr jeder für sich im Halbdunkeln dahin wirtschaften, sondern im Hellen, Hand in Hand für ein Ziel einstehen: für die Tiere auf Kreta.
Danke an unsere griechischen Kollegen, gleichfalls wie an den Bürgermeister und Vizebürgermeister, die kompromissbereit und wirklich meisterlich die Gesprächsrunde leiteten. Danke aber auch an die Tierschützer, deren steter Tropfen den Stein am Ende ziemlich durchsichtig werden liess.

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