Ierapetra

Diese Stadt im Südosten Kretas ringt schon seit Langem damit, ob man unsere Arbeit gut oder schlecht finden soll. Anfänglich (wir reden hier von Jahrzehnten) mochte man uns nicht. "Wir nehmen die Arbeit weg"", "es ist gegen die Religion", "unnatürlich", "wir (der Tierärztepool) können nicht operieren"... waren die Argumente einer - das Elend ignorierenden - Region.

Im Juni 2018 die komplette Wende. Die Vorbereitungen hierzu liefen seit Monaten und durch den Druck der lokalen Tierschützer (bei denen ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte!) und durch das Verständnis eines wundervollen Vizebürgermeisters, reisen wir am 19.06. mit unserer Entourage an. Es werden respektvolle Tage, perfekt geplant und mit vollem Einsatz. Der Vizebürgermeister ist die ganze Zeit anwesend, arbeitet mit, kümmert sich um alles und ist sich für nichts zu schade. Würde es von diesen Menschen in verantwortungsvollen Positionen doch mehrere geben! Selbst die Kontrolle durch den Amtsveterinär nehmen wir alle gelassen hin und man übersetzt uns, dass er dem Vizebürgermeister sogar gratuliert hat. Die umgebauten Räumlichkeiten, die die Stadtverwaltung übernommen hat, liegen zwar auf dem Gelände eines stillgelegten Schlachthofes, aber erstens kennen wir dies und zweitens schafft dieser Ort während unserer Zeit etwas Sinnvolles. Sehen wir es als eine Art Wiedergutmachung. Und das gleich 84 mal.


Infos

  • Projektzeitraum: seit 2018
  • Ansprechpartner: griechenland@tieraerztepool.de
  • Schwerpunkt: Kastrationen von Straßentieren in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung

Bild des Tages für den 10.08.2019

Letzte Neuigkeiten

10.08.2019 Kreta

Der Bürgermeister der Stadt Rethymno, der zweite Bürgermeister, der Präsident der Tierärztekammer und ich haben einen gewaltigen Fehler gemacht. Wir trafen uns in dieser Runde leider erst am Donnerstag, den 08.08.2019. Mindestens 10 Jahre zu spät.
Vielleicht brauchte die gesamte Entwicklung des Tierschutzes aber auch diese Zeit, bevor die Führenden und Verantwortlichen merkten, dass nur ein ?Gemeinsam? ziehführend sein kann. Wir jagten Phantome, hatten keine Vorstellung von den Werten des Anderen, teilten den gemeinsamen Beruf in Gut und Böse. Wir vertrauten uns nicht und stritten über Geld, welches nicht da war. Meiner Meinung nach ein Fehler von uns allen. Nach einem freundschaftlichen und sehr kollegialen Gespräch im Rathaus, entstand Sympathie und viel Verständnis für die jeweils andere Seite. Wünsche und Forderungen, die den Straßentieren seit Jahren zugestanden werden sollten, formulierten sich um in Selbstverständlichkeiten.
Auf Einzelheiten dieser Gesprächsrunde möchte ich hier noch nicht eingehen, alleine schon deshalb nicht, weil andere Gemeinden auf Kreta dem fortschrittlichen Denken der Gemeinde und Tierärzteschaft Rethymnons hinterherhinken und wir keinen sinnlosen Neid und damit Ärger erzeugen wollen.
Fest steht aber - und das ist in unseren Augen ein großer Erfolg - dass unsere Kastrationsaktionen weitergehen. Wir werden sie ausbauen, ortsansässige Tierärzte mit ins Boot holen, gemeinsame Workshops anbieten und nicht mehr jeder für sich im Halbdunkeln dahin wirtschaften, sondern im Hellen, Hand in Hand für ein Ziel einstehen: für die Tiere auf Kreta.
Danke an unsere griechischen Kollegen, gleichfalls wie an den Bürgermeister und Vizebürgermeister, die kompromissbereit und wirklich meisterlich die Gesprächsrunde leiteten. Danke aber auch an die Tierschützer, deren steter Tropfen den Stein am Ende ziemlich durchsichtig werden liess.

Tagesbilder-Archiv

Einsatzberichte

  • 2018
  • Wie ich es mit meiner „Entschuldigung“ für nicht unverzüglich nach den Einsätzen folgende Berichte unserer Tierärztinnen bereits angekündigt habe, gibt es hier nun nahezu „live“ aus ...
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