Agios Nikolaos Juli 2015 - aus der Sicht der Helferin

25.07.2015

Während meiner Ausbildungszeit zur Tiermedizinischen Fachangestellten in Deutschland bin ich schon oft Tieren, insbesondere Hunden, begegnet, welche irgendwo im Ausland auf der Straße gelebt haben und von Tierschützern nach Deutschland gebracht und dort vermittelt wurden. Oftmals sah ich mich selbst mit der Frage konfrontiert, ob der Weg die Hunde dort aus dem Elend zu reißen und hier in eine fürsorgliche, aber oft auch überforderte Familie zu stecken auf Dauer überhaupt etwas verändert. Natürlich kann das für einzelne Tiere die Erfüllung aller Träume sein, für andere Tiere aber, welche bereits Jahre lang auf der Straße gelebt haben ist die Umstellung oft nicht so leicht. Aber dennoch begleitete mich der dringende Wunsch etwas zu unternehmen um diesen armen Seelen helfen zu können. Als ich von den Kastrationsaktionen des Fördervereins Arche Noah Kreta e.V. hörte, war für mich klar, dass das genau die Art von Hilfe ist, die ich mir so sehnlich wünsche. So war die Entscheidung, nach meiner Ausbildung erst einmal dort mit zu helfen recht einfach.

Die Planung, Geschwindigkeit und Effizienz der gesamten Aktion ist nicht vergleichbar mit dem, was ich von meiner Arbeit in einer Kleintierpraxis in Deutschland gewohnt war. Rebecca

Mein erster Einsatz in Agios Nikolaos mit Ines, Ray und dem Team von VOKAL liess mich erst einmal staunen. Die Planung, Geschwindigkeit und Effizienz der gesamten Aktion bei der wir innerhalb von drei Tagen über 100 Katzen versorgen durften, ist nicht vergleichbar mit dem, was ich von meiner Arbeit in einer Kleintierpraxis in Deutschland gewohnt war.

Zum einen liegt das daran, dass wir nicht mit den Tierbesitzern zusammen arbeiten mussten, was leider oft mehr der Arbeit eines Seelsorgers ähnelt, als dass es um das Wohl der Tiere geht, sondern uns auf das zuverlässige Team von VOKAL verlassen konnten, welches wunderbar organisiert und gewissenhaft arbeitet, so dass jede Katze genau die Pflege und Zuwendung bekommt welche sie benötigt.

Zum anderen ist dies nur möglich, durch die durchgehend konzentrierte Arbeit seitens von Ines, welche sich weder von Backofen ähnliche Temperaturen, der bereits gearbeiteten Stundenanzahl oder der Massen von Tieren beeinträchtigen lies. Dann die doch sehr an ein Fließband erinnernden Arbeitsabläufe, bei denen man meinen sollte, dass einzelne Tiere dabei zu kurz kommen müssten, oder sich Fehler einschleichen würden. Aber nichts dergleichen. Obwohl die Tiere meistens in einem Zustand eintrafen, bei dem in meiner Ausbildungszeit in Deutschland an eine Narkose nur im absoluten Notfall zu denken war, kam es durch Ines Können und ihre Erfahrung zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Bei den vielen Katzen denen wir helfen durften, konnten wir nur für eine nichts mehr tun. Denn völlig blind hatte die kleine Wilde auf der Straße keine Chance mehr gehabt und eingesperrt hätte sie sich einfach nicht wohlgefühlt.

Was die Mittel, welche uns zur Verfügung stehen angeht, so sind auch diese recht begrenzt. Bei vielen Dingen, welche bei meiner bisherigen Arbeit, oder in einer deutschen Praxis allgemein, selbstverständlich sind wie z.B. der Zugriff auf ein Röntgengerät, Ultraschall oder Blutanalysegeräte so sind diese auf Kreta bei diesen Einsätzen einfach nicht vorhanden. Dafür muss man sich auf Erfahrungswerte, Improvisation oder zuvorkommende Helfer verlassen, was erstaunlicher Weise bestens funktioniert.

Ich für meinen Teil bin sehr froh, dass ich dabei sein durfte und träume jetzt schon gerne vor mich hin, indem ich mir vorstelle, was die kleinen Rabauken alles, nicht mehr von Flöhen, Zecken, Würmern und Hormonen geplagt, mit ihrer neu gewonnenen Energie anstellen können.

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