Ein bisschen wie nach Hause kommen - Kreta Februar 2016

20.02.2016
Ein Bericht von:
Nina Schöllhorn
Tierärztin

Ein bißchen wie nach Hause kommen - so fühlt es sich an, nach langer, langer Zeit wieder auf Kreta zu sein.
Es hat sich unglaublich viel verändert, seit ich das letzte Mal hier war. Und doch gibt es viele Dinge die bleiben immer gleich- und das ist schön so.

Die letzten Jahre war ich fast ausschließlich in Rumänien aktiv, da das himmelschreiende, uferlose Elend dort mir keine Luft mehr liess. Gleichzeitig waren wir tierärztemäßig auf Kreta gut besetzt. Nun war es mal wieder an der Zeit, dieser wunderschönen Insel einen Besuch abzustatten. Wie schön sie ist, das hatte ich fast schon vergessen. Dabei war sie für einige Jahre fast meine zweite Heimat, so viel war ich hier unterwegs.

In Rumänien ist uns das leider nie gelungen. Die Situation dort ist gerade besonders frustrierend. So unterschiedlich die beiden Länder sind, so ist doch eines genau gleich: Der Blick der Tiere die dringend unsere Hilfe brauchen und das Gefühl, das sich in uns ausbreitet, wenn es uns wiedermal gelungen ist ein Leben zu retten. Jedes Tier hat Hilfe genauso verdient, wenn es sich in einer Notsituation befindet- sei es der kleine Dimi aus Rumänien, oder die schöne Alia auf Kreta. Nina Schöllhorn
  • im New Life Resort
  • In Agios Nikolaos
  • In Kalyves

Zum ersten mal betrat ich also unser New Life Resort. Eine eigene kleine Station, die es uns ermöglicht, medizinische Notfälle bis zu ihrer Genesung unterzubringen. Aber nicht nur das, auch unser Equipment, all unsere 1000 kleinen und großen Dinge, die man während eines Einsatzes so braucht, sind hier recht zentral gelagert und erleichtern so unsere Arbeit auf der ganzen Insel ungemein. Ganz nebenbei ist hier auch ein Ort, an dem man einfach mal kurz durchatmen kann, auch wenn es nur schnell auf der Durchreise ist zwischen zwei Einsatzorten.

Ich arbeite zum ersten Mal in unseren Praxen in Agios Nikolaos, Rethymno und Kalyves, wo in Zusammenarbeit mit den Gemeinden jetzt regelmäßig Kastrationsaktionen stattfinden. Es ist dort ein ganz anderes Arbeiten wie vor einigen Jahren. Alles scheint so organisiert, so routiniert - für griechische Verhältnisse natürlich. Ich bin erstaunt. Ich hätte mir damals nicht zu träumen gewagt, welche Schritte die Arche noch machen würde. Das gibt wirklich Hoffnung und zeigt, dass man manchmal einfach stur bleiben muss und sich nicht von seinem Konzept abbringen lassen darf.

Ich treffe viele alt bekannte Gesichter wieder, was mich sehr freut. Oft erwische ich mich schmunzelnd, denn die Handgriffe, Gesten und Wortfetzen, die durch den Raum fliegen, während wir arbeiten sind noch immer die selben. Genauso gibt es aber auch viele neue Gesichter.
Es fühlt sich völlig anders an hier zu arbeiten als in Rumänien. Ich bin mir sicher es liegt zum Großteil daran, dass es der Arche hier gelungen ist ein Netzwerk aufzubauen. Ein Netz aus vielen helfenden Menschen. Man fühlt sich als Teil des Ganzen - und das ist sehr schön.

In Rumänien ist uns das leider nie gelungen. Die Situation dort ist gerade besonders frustrierend. So unterschiedlich die beiden Länder sind, so ist doch eines genau gleich: Der Blick der Tiere die dringend unsere Hilfe brauchen und das Gefühl, das sich in uns ausbreitet, wenn es uns wiedermal gelungen ist ein Leben zu retten. Jedes Tier hat Hilfe genauso verdient, wenn es sich in einer Notsituation befindet- sei es der kleine Dimi aus Rumänien, oder die schöne Alia auf Kreta.

Ich freue mich sehr, mich schon ganz bald wieder auf den Weg nach Kreta zu machen. Es stehen einige neue Projekte an, die ich gerne begleiten würde. Denn auch wenn wir Meilensteine gelegt haben auf dieser Insel- es gibt noch viele schwarze Flecken, die noch keiner Betreten hat. Dort wartet noch einiges an Elend auf uns, was wir lieber gestern als heute beseitigt hätten... Und eine Insel verleitet ja doch sehr dazu den Ehrgeiz zu entwickeln, sie ganz in den Griff zu bekommen.
Ihre Nina Schöllhorn

Ein Bericht von:
Nina Schöllhorn
Tierärztin



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