Rhodos - Einsatzbericht einer Helferin November 2017

13.11.2017
Ein Bericht von:
Sara Kohl
Pflegestelle

Wieder verbrachten wir einige Tage auf der Insel Rhodos, um den aktuellen Kastrationseinsatz von "Flying Cats e.V." und dem Tierärztepool zu unterstützen. Diesmal begleitete mich Eva - für sie war es der erste solche Einsatz. Danke Eva, es hat mich sehr gefreut!

Viele Eindrücke prasseln in den Tagen auf der Insel auf uns ein. Jedes Mal von neuem wieder. Für Körper und Geist zwar anstrengend, aber durch den große Arbeitsanfall fehlt die Zeit sich damit auseinanderzusetzen. Das passiert dann oft erst daheim in Deutschland.

Wenn man in die Zwinger kommt, wird man von vielen fast "aufgefressen" - aus lauter Sehnsucht nach Zuneigung und einer streichelnden Hand. Andere wiederum, versuchen auf dem wenigen Platz, den sie haben, dem Kontakt mit dem Menschen so weit als möglich zu entfliehen. Die Angst steht ihnen im Weg.Sara Kohl

Dieses Mal lag einer der Schwerpunkte beim Einfangen von Straßenkatzen, um sie zum Kastrieren zu bringen. Bei 3 Fangeinsätzen konnten wir 43 Katzen fangen und ihnen zu einem besseren Leben verhelfen. Bzw. eigentlich nur 42. Denn gleich am ersten Tag ist ein Welpe verstorben, den wir mitgenommen hatten, gerade weil er so schlecht aussah. Die Tierärztin konnte dem kleinen dann nur noch ein qualvolles Ende ersparen - RIP kleine Maus. Zwei weitere Jungkatzen waren komplett verschnupft und befinden sich jetzt noch 10 Tage in Behandlung, bevor sie wieder in die Freiheit und Ungewissheit entlassen werden. Eine weitere Katze hatte einen Leistenbruch durch einen Unfall. Ihr haben wir durch das Einfangen vermutlich das Leben gerettet. So nah liegt Freud und Leid beieinander.

Auch die Hunde im städtischen Tierheim haben wir nicht vergessen. Denn gerade jetzt im Winter haben sie kaum eine Chance, ein Zuhause zu finden. Die Touristen bleiben aus, die Einheimischen adoptieren nicht viel und Flugpaten gibt es auch nur sehr wenige. Die Anzahl der Tiere dort wird auch nicht weniger. Erschreckend auch, wie viele man wieder erkennt, die im November 2016 und Januar 2017 auch schon da waren. Viele fristen dort ein unwürdiges Dasein ohne die Chance, der Situation vermutlich jemals zu entfliehen. Das macht einen wirklich traurig, denn es sind so viele tolle Charaktere darunter, die einfach entweder, groß, alt, schwarz, Kampfhund oder Jagdhund sind.

Wenn man in die Zwinger kommt, wird man von vielen fast "aufgefressen" - aus lauter Sehnsucht nach Zuneigung und einer streichelnden Hand. Andere wiederum, versuchen auf dem wenigen Platz, den sie haben, dem Kontakt mit dem Menschen so weit als möglich zu entfliehen. Die Angst steht ihnen im Weg.
Selten auch habe ich so viele resignierte Hunde auf einem Fleck gesehen. Viele machen sich nicht mal mehr die Mühe aufzustehen, wenn man am Zwinger vorbei läuft, weil sie einfach nicht mehr erwarten, dass jemand genau zu Ihnen kommt. Eine frustrierende Situation, und mindestens genauso frustrierend sind die eingeschränkten Hilfsmöglichkeiten. Die Vermittlung von solchen Hunden läuft auch in Deutschland extrem schleppend und es ist jedes Mal wieder ein "Sechser im Lotto", für einen dieser Hunde ein Zuhause zu finden.

Deshalb mein ganz klarer Appell: Auch ein alter und großer Hund oder einer der schwarz ist, kann ein wunderbarer Begleiter fürs Leben sein. Auch sie haben ihre faire Chance verdient.

Vier Hunden konnten wir die Möglichkeit bieten, der Situation dort zu entfliehen. Das freut uns sehr und wir hoffen, dass alle bald ihr Zuhause finden.
Rhodos - hoffentlich bis bald!

Ein Bericht von:
Sara Kohl
Pflegestelle



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