Slatina Juli 2015

02.08.2015
Ein Bericht von:
Nina Schöllhorn
Tierärztin

Beachten sie bitte unser aktuelles Statement zur Arbeit in Rumänien

Südrumänien zeichnet sich durch eine besonders hohe Dichte an Straßenhunden aus. Dies liegt hauptsächlich an den wesentlich wärmen Temperaturen als im Norden des Landes. Jeder der sich hier zum ersten Mal entlang der Hauptverkehrswege bewegt, ist schockiert über die große Anzahl überfahrener Hunde, die man auf der gesamten Strecke am Straßenrand findet. An allen Parkbuchten, Tankstellen und Grillstellen entlang der Straßen sind Rudel von Hunden zu finden. Meist stark abgemagert, ausgezehrt und viele gezeichnet von Verletzungen durch Zusammenstöße mit Autos. Überall Hündinnen mit großem Gesäuge und natürlich Welpen, Welpen, Welpen. Auf den ersten Blick ist zu erkennen wie hart das Leben dieser Tiere ist. Alles dreht sich um die Suche nach Futter, Wasser und die allgemeine Sicherung der Resourcen. Wer regelmäßig diese Strecken fährt, erkennt schnell, dass kaum einer dieser Hunde beim nächsten Mal noch aufzufinden ist. Wo kommen sie her? Wo gehen sie hin? Was stößt ihnen zu? Die durchschnittliche Überlebenszeit dieser Hunde ist sehr kurz, das steht fest.

Man fühlt sich machtlos und erschlagen angesichts dieser Masse an Hunden, die ein nicht lebenswertes Leben führen und ständig um ihr Leben fürchten müssen. Ihnen allen zu einem besseren Leben zu verhelfen ist absolut unmöglich.Nina Schöllhorn

Wie ist die Situation in den Städten? Ebenso Hunde wohin das Auge reicht. Auch hier werden sie Opfer von Verkehrsunfällen. Doch wesentlich größer ist hier die Gefahr den Hundefängern zum Opfer zu fallen. Wen dieses Schicksal ereilt, der hat verloren. Die städtischen Hundeauffanglager dienen in der Regel nur dazu die Hunde zu beseitigen und das auf möglichst kostengünstigem Weg. Daher bedient man sich meist der Methode die Hunde einfach sich selbst zu überlassen. So sehen sie einem langsamen qualvollen Tod entgegen...

Man fühlt sich machtlos und erschlagen angesichts dieser Masse an Hunden, die ein nicht lebenswertes Leben führen und ständig um ihr Leben fürchten müssen. Ihnen allen zu einem besseren Leben zu verhelfen ist absolut unmöglich. Tierheime können niemals die Lösung sein, bei solch einer großen Anzahl von Tieren. Wann immer ich einen kleinen Welpen auf der Straße vor mir sehe- ein kleines, hilfloses Wesen, dünn, mit dickem Wurmbauch, verklebtes Fell und verzweifelt auf der Suche nach Futter, meist schon im Alter von wenigen Wochen die Angst vor Menschen in den Augen- dann ist außer Frage, dass solche ein Leben kein Tier verdient hat. Es ist ein verlorenes Leben von Beginn bis zum Ende.

Für diese Tiere wäre es besser nie geboren worden zu sein. Es wäre ihnen so viel erspart geblieben. Es ist nicht einfach an so vielen dieser Elendsgestalten vorbeigehen zu müssen, schlicht weil wir sie nicht alle retten können. Gegen dieses Gefühl der Machtlosigkeit hilft uns nur das Wissen, dass wir Tag ein, Tag aus, alles dafür geben um dieses Elend zu verhindern. Um dieses himmelschreiende Elend gar nicht erst entstehen zu lassen.

Wir werden niemals müde für unseren Weg zu werben.
Kastrationsaktionen als Lösung der Straßenhundproblematik.
Kastrationen um Leid zu verhindern.

In diesem Sinne fand vom 29.06.- 09.07. unsere 3. Kastrationsaktion in Slatina statt. In dieser Zeit konnten 217 Operationen durchgeführt werden (118 Hündinnen, 24 Rüden, 47 Katzen, 7 Kater und 21 weitere Operationen wie Tumoren, Wundversorgungen und Zahnsanierungen). Der weit größte Teil der operierten Tiere waren weiblich, so dass sehr, sehr vielen Welpen in den nächsten Monaten und Jahren erspart wird in eine Welt geboren zu werden, die für sie nichts als Leid bereit hält.

Diese Aktion wurde finanziert von TASSO (www.tasso.net) und tierärztepool (www.tieraerztepool.de). Wir bedanken uns herzlich für die großzügige Unterstützung dieser Aktion durch Animalta e.V.
Einen ganz besonderer Dank und unseren tiefsten Respekt möchten wir an Carmen und Marius senden, die unermüdlich während der gesamten zwei Wochen dafür gesorgt haben, dass diese Aktion überhaupt so ablaufen konnte.

Ihre Nina Schöllhorn
Ein Bericht von:
Nina Schöllhorn
Tierärztin



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