Suceava Februar 2015

04.03.2015
Ein Bericht von:
Nina Schöllhorn
Tierärztin

Beachten sie bitte unser aktuelles Statement zur Arbeit in Rumänien

Zum wiederholten Male fand in Zusammenarbeit von BMT und Tierärztepool eine Kastrationsaktion im städtischen Tierheim von Suceava statt. Vom 25.01.-08.02.2015 waren Tierärztin Nina Schöllhorn und Helferin Christina Schomann vor Ort. Es wurden in diesem Zeitraum 290 Tiere kastriert (143 Hündinnen, 58 Rüden, 66 Katzen, 23 Kater) sowie 61 andere dringend notwendige Operationen an Tierheimtieren durchgeführt, wie Amputationen, Tumoroperationen, Nabel- und Leistenbrüche, Zahnsanierungen etc.

Jeder Hund der nicht in dieser Stadt geboren wird, der nicht auf welchen Wegen auch immer in diesem Tierheim landet, ist unsere ganze Anstrengung wert!Nina Schöllhorn

Die Situation in Suceava ist höchst dramatisch, da der Bürgermeister sich nicht davon abbringen lässt weiterhin in großem Stil Hunde einfangen zu lassen. 250 neue Hunde müssen jeden Monat im Tierheim aufgenommen werden. Eine nicht zu bewältigende Menge, angesichts des wenigen Personals und der schlechten finanziellen Lage des Tierheims. Obwohl die Tierheimmitarbeiter sehr bemüht sind, das beste aus der Situation zu machen, sieht die Realität erschreckend aus. Ungeeignete Unterbringungen für die Hunde, Beissereien auf Grund von Überfüllung, Seuchen die im Tierheim wüten und für eine hohe Sterblichkeit sorgen. Hier überleben nur die Starken. Viele kleine, geschwächte und ältere Hunde und vor allem Welpen bleiben auf der Strecke. Sehr selten wird ein Hund innerhalb Rumäniens adopiert. So ist momentan die einzige Chance der Hunde dieser Situation zu entkommen, das Land zu verlassen und in Deutschland ein neues Zuhause zu finden.

Jeder Hund der nicht in dieser Stadt geboren wird, der nicht auf welchen Wegen auch immer in diesem Tierheim landet, ist unsere ganze Anstrengung wert! Die Nachfrage aus der Bevölkerung nach Kastrationen ist groß, dieser wollen wir nachkommen, denn nur so kann sich in Zukunft die Zahl der ungewollten Hunde reduzieren. Gleichzeitig wollen wir aber die Hunde im Tierheim nicht im Stich lassen, denn sie sind die unschuldigen Opfer eines fatalen politischen Systems.

Dringend notwendig wäre in der aktuellen Situation das Personal aufzustocken um die allgemeine Versorgung des Tierheimbestandes zu verbessern. Auch die medizinische Versorgung weist schlimme Defizite auf. Eine regelmäßige Parasitenbehandlung und ein aktueller Impfstatus ist hier längst schon überfällig. Doch wie so oft scheitert alles am Geld.

Wir hoffen weiterhin in Form unserer Kastrationsaktionen für die Hunde in Suceava da sein zu können.

Ein Bericht von:
Nina Schöllhorn
Tierärztin

Infos

  • Projektdauer: 14 Tage
  • Hündinnen: 143
  • Rüden: 58
  • Katzen: 66
  • Kater: 23
  • andere Operationen: 61
  • Gesamt: 351
  • Ansprechpartner: rumaenien@tieraerztepool.de



Spenden

  • Spendenkonto
    Kontoinhaber:
    Förderverein Arche Noah Kreta e. V. / Tierärztepool
    Institut: Commerzbank Lübeck
    IBAN: DE02 2304 0022 0020 9239 00
    BIC: COBADEFFXXX
  • Paypal
  • Paypal-Account: paypal@archenoah-kreta.com

Weitere Einsatzberichte

Rumänien März 2015

Miercurea Ciuc, Sighisoara und Targu Mures waren die Ziele unserer Reise nach Rumänien im März. Begleitet wurde ich dieses Mal von Marie Ferber, Tiermedizinstudentin im 7. Semester. In Miercurea Ciuc stand dieses Mal neben der ...


mehr lesen

Rumänien September 2009

Ich sitze in einem typischen Dacia und rolle über Rumäniens inzwischen gar nicht mehr so holprigen Straßen. Drei Stunden wird die Fahrt vom Flughafen nach Balş dauern. Meine Augen haften am Straßenrand, denn dort sind sie wieder: ...


mehr lesen