VOCAL - Der Kampf für eine Tierschutzklinik auf Kreta

24.06.2014
Ein Bericht von:
Virginia Swain-Dixon
Partner auf Kreta

Lange Zeit mußten die Tierschützer in Agios Nikolaos/Kreta für die Genehmigung einer Tierschutzklinik kämpfen. Doch sie gaben nicht auf und können nun stolz die erste Tierschutzklinik auf Kreta ihr Eigen nennen. Im Januar 2013 schickten wir einen Brief an den Bürgermeister, in dem wir unsere Arbeit als Tierschutzgruppe beschrieben und ihn um einen Termin baten, um mit ihm die Notwendigkeit einer Klinik für streunende Tiere zu diskutieren. Nach zwei Monaten ohne Antwort kontaktierten wir ein lokales Ratsmitglied, das uns an das städtische Umweltamt verwies. Dort bat man uns, unser Anliegen, eine Klinik zu errichten, schriftlich einzureichen und zu erläutern, welche Hilfe wir von der Gemeinde erwarteten. Das war im April 2013.

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ein Bericht von Virginia Swain-Dixon Nach einer Wartezeit von weiteren zwei bis drei Monaten wendeten wir uns erneut an die Abteilung, um uns über den Fortschritt unserer Anfrage zu informieren. Unser Schreiben war verloren gegangen, daher hatte sich nichts in unserem Fall getan. Nachdem wir unser Anliegen erneut vorgetragen hatten, sagte man uns, dass die Gemeinde nicht in der Lage sei, eine solche kommunale Klini finanziell zu unterstützen, Vocal müsse alle Unkosten selbst übernehmen und bei dem Veterinäramt eine Lizenz für das Betreiben einer Klinik in Vocals Namen beantragen.

Wir beantragten die Lizenz und in weniger als einem Monat gab uns der Bürgermeister seine schriftliche Zustimmung zur Errichtung einer Klinik NUR für streunende Tiere unter Aufsicht der Gemeinde. Sie boten uns auch kostenlose Räumlichkeiten an. Nach einiger Zeit gelang es uns, uns mit dem Vize-Bürgermeister zu treffen, um mit ihm einen möglichen Platz für die Klinik zu besuchen. Dieser stellte sich als ein offener Parkplatz unter einem städtischen Gebäude heraus, der unmöglich in eine Klinik umgewandelt werden konnte.

Nach einer Wartezeit von mehreren Wochen sagte man uns, dass die Gemeinde keine anderen Räumlichkeiten anbieten könne und dass wir selbst uns um geeignete Räume kümmern müssten.Zur gleichen Zeit informierten wir uns bei dem Veterinäramt über die Bedingungen und nötigen Unterlagen für die Klinik-Lizenz. Wir fanden ein geeignetes Gebäude und begannen mit dem Bau ganz nach Vorschrift.Den Bau der Klinik mussten wir mehrmals unterbrechen, da die Gemeinde Punkte fand, um unsere Arbeit zu blockieren. Als erstes war der Transport der Tiere ein Thema, wir würden dafür ein spezielles professionelles Fahrzeug benötigen. Also mussten wir warten, bis sie das Ministerium kontaktierten, um sich über die Vorschriften zum Transport von Tieren zu informieren.

Das nächste und ernstere Thema war das Einfangen der Katzen. Der Bau der Klinik war fast beendet, als sie beschlossen, dass das Einfangen der Tiere ein Problem darstellt. Sie sagten, dass nach dem Gesetz nur Tierärzte das Einfangen der Tiere verantworten dürften. Sie verlangten von uns erneut die Beantragung einer Genehmigung, dass Vocal Katzen einfangen darf und nur Mitglieder von Vocal dies auch ausführen würden. Sie waren nicht sicher, ob der Bürgermeister dem zustimmen würde, und so mussten wir wieder viele Wochen warten, bis wir seine Zustimmung zu dem Dokument erhielten. Während des gesamten Verfahrens fanden sie immer wieder neue Gründe, ums uns zu blockieren. Sie wollten Unterlagen und nachdem sie uns dazu gebracht hatten, dass die Klinik auf unseren Namen lief, sagten sie uns, dass das Chippen und Impfen der Katzen auf unsere Kosten gehen würde. Und auch, dass wir einen Gesundheitsausweis für jede kastrierte Katze führen müssten, den wir ihnen in Kopie nach jeder Kastrationskampagne vorlegen müssten.

Wir mussten zum Veterinäramt, schilderten dort das Problem, und man sagte uns, dass wir das nicht für so viele streunende Katzen machen könnten. Gemeinde und Veterinäramt diskutierten, bis schließlich die Gemeinde einen Rückzieher machte.Das Veterinäramt musste die Klinik während des Baus überprüfen und dann vor der endgültigen Unterschrift erneut. Wir verbrachten viel Zeit in Büros und am Telefon, um mit ihnen Themen wie, wen wir als federführenden Tierarzt der Klinik erklären würden und wie wir jedes Mal den Name des Tierarztes ändern würden und über die wesentliche Ausrüstung usw.Schließlich hatten wir die Klinik fertig und konnten die Ankündigung der Klinik im Januar 2014 unterzeichnen.

Als wir die erste Kastrationskampagne starteten, teilte uns die Gemeinde mit, dass jedes Mal, wenn Tierärzte kommen, wir ihnen einen Brief mit dem Ankunftsdatum der Tierärzte, der ungefähren Anzahl der zu kastrierenden Katzen und der Orte, an denen wir sie einfangen würden, schickten müssten. Nach dem Ende der Kampagne müssen wir ihnen dann ein weiteres Schreiben mit der genauen Anzahl der kastrierten Katzen und der genauen Orte, wo wir sie eingefangen haben, schicken und dazu die Kopien unserer Aufzeichnungen (Datum, Impfstoff Aufkleber, Chip-Aufkleber, Namen der Tierärzte und deren Unterschrift, Ort, Farbe, Geschlecht, Art der Behandlung für jede Katze, die wir kastrieren). Die endgültige Lizenz war nach zweieinhalb Monaten fertig und wurde Ende März 2014 von uns unterzeichnet.

Ein Bericht von:
Virginia Swain-Dixon
Partner auf Kreta



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