Brief an Frau Karagouni von Christina Rohde 28.02.2015 Tierschicksal

Ein Bericht von:
Christina Rohde
Rechtsanwältin

Sehr geehrte Frau Karagouni - oder wer sonst noch unter Ihrem Namen auftritt,
in den letzten Tagen erreichen uns griechische Pressemitteilungen, Interviews und Kommentare aus Internetforen, in denen der Deutsche Tierschutz diffamiert wird und Behauptungen aufgestellt werden, die unfassbar sind.

Seit Jahren treffen wir immer wieder im Rahmen unserer Arbeit mit Ihren Anschuldigungen aufeinander und sind jedes Mal erschüttert, wie es zu solchen hasserfüllten Äußerungen kommen kann.

Wo waren Sie denn, als wir ihn mit 6 Monaten aus einer Mülltonne gefischt haben, eingewickelt in eine Plastiktüte und angeschossen. Er humpelt seit 11 Jahren mit nur einem Ohr durch sein Leben, das von Ihnen, sehr geehrte Frau Karagouni, nicht gerettet wurde. Lassen Sie mich nach meinem nächsten Aufenthalt in Griechenland auch festnehmen, weil ich vermeintliches Gemeindeeigentum aus der Mülltonne gerettet habe?

Zum Ersten:
Tierschutz, so wie er in Griechenland betrieben werden muss, hat weder etwas mit Politik noch mit Wirtschaftsinteressen zu tun. Ihr Rassismus gegen eine ganze Nation ist bereits deswegen hier Fehl am Platze.

Die politische Situation in Europa interessiert ebenfalls derzeit nicht, da gerade die Tierschützer aus anderen europäischen Ländern, die sich in Griechenland engagieren, unabhängig von Sparmaßnahmen und politischen Statements, weiterhin unablässig den Tieren helfen, die bekanntlich keiner Nationalität angehören.
Wenn sie auch nur einen Tag Ihres Lebens als Tierschützerin tätig gewesen wären, würden Sie sich dafür einsetzen, dass eine Zusammenarbeit mit allen anderen Menschen - egal aus welchem Land - möglich ist, um Straßentieren zu helfen und ihnen ein angemessenes Leben zu garantieren. Sie würden die Zustände auf den griechischen Straßen ebenso wenig wie wir ertragen, wenn sie sie kennen würden!

Aber nein! Die Tiere sind Ihnen egal. Selbst die Tiere, die Sie nun meinen aus den Händen von "gemein gefährlichen Tierhändlern" an den Flughäfen Griechenlands zu retten, werden eingesperrt und verbringen Stunden und Tage hinter Gittern, bis Ihr "Werk" vollbracht ist, und ehrenamtlich helfende Tierschützer im Schnellverfahren wegen völlig unbewiesener Vorwürfe verurteilt wurden.
Auch meinen Hund habe ich aus Griechenland nach Deutschland gebracht und er liegt hier mit seinen fast 12 Jahren nun neben mir.

Wo waren Sie denn, als wir ihn mit 6 Monaten aus einer Mülltonne gefischt haben, eingewickelt in eine Plastiktüte und angeschossen. Er humpelt seit 11 Jahren mit nur einem Ohr durch sein Leben, das von Ihnen, sehr geehrte Frau Karagouni, nicht gerettet wurde.

Lassen Sie mich nach meinem nächsten Aufenthalt in Griechenland auch festnehmen, weil ich vermeintliches Gemeindeeigentum aus der Mülltonne gerettet habe?

Zum Zweiten:
Glauben Sie wirklich das, was Sie die Presse berichten lassen und dass es genügend dumme Menschen gibt, die Ihren unsubstantiellen und haltlosen Lügen Glauben schenken, um den internationalen Tierschutz damit zu verhindern?

So wie mein Hund, leben viele Hunde in Deutschland in Familien und werden dort beschützt betreut.
Sollte - wie es in der Presse mitgeteilt wird - ein Tierhändlerring seit Monaten von den Sicherheitskräften des griechischen Staates beobachtet worden sein und nun einzelne "Tierhändler" an den griechischen Flughäfen gefasst worden sein, so ist wenig verständlich, warum nicht die zuständigen deutschen Behörden informiert werden und der "Tierhändlerring" verfolgt wird. Ich kann Ihnen versichern, dass der deutsche Staat solche Straftäter verfolgen und bestrafen würde. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Ihnen diese Lügen geglaubt werden!

Sie nutzen die Stimmung, die gegen die Deutschen in Griechenland derzeit herrscht, da aufgrund von politischen Entscheidungen der Regierungen Missstände auftreten, die wir aber nicht zu vertreten haben.
Ihr Rassismus und Ihre fehlende Empathie für Mensch und Tier sind nicht zeitgemäß.
Sollten Sie unsere Arbeit nicht verstehen oder überprüfen wollen, wohin griechische Tiere gebracht werden, wenn sie zuvor aus Missständen befreit wurden, können Sie gerne diese Fragen stellen und erhalten umgehend Antwort. Jedes Tier, das von unseren Tierschützern gerettet wurde, ist nachvollziehbar in Deutschland angekommen und vermittelt worden oder wird in einer Pflegestelle wegen der zahlreichen Verletzungen und Erkrankungen versorgt und behandelt.

Kein einziger Mitarbeiter unseres Vereins bereichert sich an der Tierschutzarbeit. Die meisten investieren alles, was sie haben, um ihre Arbeit fortzuführen.
Gerichtsverfahren, in denen Deutsche vor ein griechisches Gericht gestellt werden ohne Dolmetscher und ohne Verteidiger sind dem Mittelalter zuzuordnen oder weit schlimmeren Zeiten. Verleumdungen in der Öffentlichkeit unter gleichzeitiger Veröffentlichung von Lichtbildern sind auch in Griechenland als strafbare Handlung rechtlich zu verfolgen.

Es ist hier nicht nachvollziehbar, aus welchen Motiven Sie handeln und was Sie dazu bewegt, mit dieser Vehemenz gegen Deutsche vorzugehen. Vielleicht könnten Sie das in Ihrer nächsten Pressemitteilung kommunizieren, damit zumindest nachvollziehbar ist, warum nach all den Jahren, in denen wir bewiesen haben, dass wir keinem schaden und trotz der Anfeindungen weiter unermüdlich im Einsatz sind, nach wie vor Ihr erstes Ziel ist, uns und unsere Mitstreiter abzustrafen.
Der guten Ordnung halber wollen wir Sie daran erinnern, dass sämtliche Gerichtsverfahren, die Sie gegen internationale Tierschützer anstrebten, bewiesen haben, dass Ihre Anschuldigungen nicht der Wahrheit entsprechen. Es macht also keinen Sinn, weiteres Geld und weitere Zeit zu investieren, um zu demselben Ergebnis zu kommen. Das sollten auch Sie langsam verstehen!
Mit freundlichem Gruß
Christina Rohde-Tsioros
Rechtsanwältin

Offener Brief von Thomas Busch
Die Geschichte der 58 Hunde, die seinerzeit in Piräus beschlagnahmt wurden
Brief an die deutsche Botschaft

mehr Tierschutzgeschichten

unsere Einsatzberichte

Spenden
Ein Bericht von:
Christina Rohde
Rechtsanwältin

Spenden

  • Spendenkonto
    Kontoinhaber:
    Förderverein Arche Noah Kreta e. V. / Tierärztepool
    Institut: Commerzbank Lübeck
    IBAN: DE02 2304 0022 0020 9239 00
    BIC: COBADEFFXXX
  • Paypal
  • Paypal-Account: paypal@archenoah-kreta.com

Weitere Geschichten

Wir glätten den Weg.

Die Tierschützer von Chania warten aufgeregt im Foyer des Rathauses der Stadt im Westen der Insel. Fast alle sind gekommen. Die Nervosität ist spürbar und die Gesichter sind ernst. Wir treten dem Kreis der Wartenden bei und lassen uns ...


mehr lesen

Punkte machen.

"Na, junger Mann, was machen Sie denn schönes auf Kreta?", fragt mich der joviale Sitznachbar im Flugzeug, nachdem er mir ausgiebig von seiner Hotelanlage, die er jedes Jahr besucht, vorgeschwärmt hat. Während ich noch über das "junger ...


mehr lesen