Die Kastration 03.01.2012 Tierschicksal

Die Tiere werden mit einer Injektion sediert. Ein kleiner Pieks, den die meisten kaum merken. Viel beachtenswerter ist der Stress, den scheue Tiere durch das Anfassen, die komisch riechende Umgebung und die fremden Menschen erleiden. Aus diesem Grund geschieht die Sedierung unmittelbar nach Ankunft der Tiere und die Tierärzte halten die „Wartezeiten“ so gering wie möglich.Die Tierschützer kümmern sich um die Tiere vor und nach der Kastration. Anschließend erfolgt die eigentliche Narkose.

Durch das Legen eines Venenverweilkatheters hat der Tierarzt jederzeit sofortigen Zugang zum Herz-Kreislaufsystem und kann bei evtl. auftretenden Komplikationen sofort eingreifen. Ab jetzt wird zügig gearbeitet. Jeder Handgriff sitzt. Der Bauch wird rasiert, desinfiziert, das sterile OP-Tuch deckt das Operationsfeld sauber ab, das Skalpell eröffnet den Bauch der Hündin. Der Schnitt ist in der Regel nicht länger als 3 - 4 cm und die Finger des Chirurgen suchen in der Bauchhöhle die Gebärmutter. Diese wird zusammen mit den Eierstöcken herausgelagert, mit Klemmen gegen Blutungen fixiert, abgebunden und letztendlich abgetrennt. In Fachkreisen heißt dies Ovariohysterektomie.Sind Gebärmutter und Eierstöcke entfernt, wird erst die Muskelschicht, anschließend die Unterhaut und zu guter Letzt die Haut zugenäht. Medikamente in Form von einer Langzeitantibiose und eines Schmerzmittels geben dem Tier in den nächsten Tagen Schutz vor Entzündungen und Schmerzen.Aluspray zur Wundabdeckung und ein Pflaster beenden die Operation.

Seit der Rasur sind jetzt 20 Minuten vergangen.Für die Tierärzte ist aber noch kein Ende in Sicht. Jetzt werden noch die Ohren kontrolliert, die Zähne vom Zahnstein befreit, eine Ekto- und Endoparasitenbehandlung (Flöhe, Würmer, etc.) durchgeführt, und evtl. noch kleinere Operationen wie z. B. die Entfernung der Wolfskrallen vorgenommen. Erst danach wird der Hund an einen ruhigen warmen Platz gelegt und vom Hilfspersonal so lange beobachtet, bis er wieder laufen kann. Je nach Verlauf der Operation bleibt das Tier 3 - 5 Tage zur Beobachtung in der Obhut der Pfleger und Tierärzte und kann nach letztendlicher Kontrolle im Anschluss wieder auf die Straße gelassen werden. Die benutzten Fäden lösen sich nach einigen Wochen von selbst auf.

Katzen werden schon nach einem Tag wieder entlassen. Der Eingriff verläuft hier noch schneller und der Operationsschnitt ist max. 1 cm lang, da nur die Eierstöcke entfernt werden. Um die Tiere später wieder zu erkennen und sie nicht noch einmal in Narkose legen zu müssen, werden den Katzen und Katern ein Dreieck aus dem Ohr geschnitten. Hunde werden im Ohr und/oder unter dem Bauch tätowiert und tragen ein Halsband, das sie als kastriert kennzeichnet.


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