Die Mülltonne 14.03.2015 Tierschicksal

Ich bin eine alte Mülltonne. Ich stehe seit vielen Jahren hier an der Strasse und mache meinen Job. Ich glaube, ich mache das gut. Ich bin nie umgekippt und halte meinen Deckel immer geschlossen. Ich kann mich noch an die alten Zeiten erinnern, als alles einfach in mich reingekippt wurde. Mülltrennung gab es da noch nicht. Dann kamen die Umweltschützer, und plötzlich wurde der Müll verpackt und in Säcken in mich gestellt. Ich habe mehrere Müllmänner kommen und gehen gesehen. Die Leute in den Häusern zogen ein und aus. Kinder wuchsen zu Erwachsenen heran und gingen weg. Ich stehe immer noch hier.

Aber eine Sache hat sich mein Leben lang nicht geändert. Ich kann das einfach nicht begreifen. Zuerst dachte ich, das sei ein Missverständnis. Eines Abends kam ein Mann mit einem Sack. Das war zu dieser Zeit, vor vielen Jahren, noch ungewöhnlich, da der Müll damals lose in mich hineingekippt wurde. Er verhielt sich seltsam, schaute sich um, als hätte er etwas zu verbergen. Er öffnete meinen Deckel, stellte den Sack hinein und ging schnell weg. Noch während ich ihm hinterherblickte, spürte ich Wärme in mir. Kurz darauf hörte ich ein Wimmern.

Verwundert dachte ich mir, dass der Müll doch nicht wimmern kann? Nach wenigen Stunden wurde das Wimmern leiser und erstarb dann. Ich vergass den Vorfall, jedoch nur für kurze Zeit. Immer und immer wieder wiederholt sich das gleiche Ritual. Ich sehe es den Menschen schon an, wenn sie um die Ecke biegen. Verstohlene Blicke, ein Sack in der Hand, dann, nach der Entsorgung, hastiges Weglaufen. Viele hundert Leben wurden so schon in mir entsorgt.

Manchmal Katzen, manchmal Hunde. Manchmal höre ich das Wimmern noch und spüre die nachlassende Wärme, wenn der Müllwagen kommt. Neulich kam eine Frau, machte die Mülltonne auf, schlug die Hände über dem Kopf zusammen und nahm das Wunder, das da so achtlos entsorgt wurde, an sich. Ich hörte, wie sie den Welpen tröstete und in Ihrer Jacke einwickelte. Neulich erzählte sie der Nachbarin, das die Kleine Kelly heisst und wächst und gedeiht.

Doch schon gestern wurde wieder ein Sack in mich gestellt.

Ich bin jetzt alt. Ich will nicht mehr. Ich will, dass es aufhört.
Hört endlich auf damit!

Warum erzählt die Mülltonne uns das? Kelly und Eleni im Video unten wurden beide als Welpen aus einer Mülltonne gerettet. Sie sind nur zwei von unzähligen Tieren, die täglich auf diese feige, hinterhältige Weise "entsorgt" werden. Sie sind zwei, die großes Glück hatten. Wir kämpfen jeden Tag dafür, das eines Tages keine Welpen mehr ungewollt zur Welt kommen. Helfen sie uns mit Ihrer Spende, auch morgen alles geben zu können!

Wir kämpfen unermüdlich für die, die keine Stimme haben. Gestern, heute und morgen. Weil es der einzige Weg ist.

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