Flugpatenschaften aktuell 16.02.2015 Tierschicksal

Ein Bericht von:
Christina Rohde
Rechtsanwältin

Seit einiger Zeit erreichen uns Nachrichten, dass Flugpaten vor dem Abflug an griechischen Flughäfen kontrolliert und misstrauisch behandelt werden. Wir hatten lange keine Probleme, Hunde mit nach Deutschland zu nehmen. Die Bestimmungen waren klar und die Dokumente wurden von allen Tierschützern sorgfältig eingeholt. An manchen Flughäfen gab es einen eigenen Check-In für ?Hunde/Katzen-Flüge?.

Zunächst waren wir alle wie geschockt. Insgesamt drei Flugpaten wurden die Hunde am Athener Flughafen abgenommen. Sie wurden auf eine nahegelegene Polizeistation verbracht und dort stundenlang aufgehalten. Es wurden Strafanzeigen gegen sie erhoben. Die genauen Gründe sind bis heute unklar. Auch in Heraklion und Thesslnoiki soll es ähnliche Vorfälle gegeben haben.
Die Hunde wurden in ein Tierheim/Privatpension gebracht und konnten nicht zu ihren neuen Besitzern nach Deutschland fliegen.

Zunächst hieß es, dass die griechische Regierung eine neue Verwaltungsvorschrift erlassen hat, die die Ausreise von Hunden nach Deutschland völlig versagen sollte. Nach unseren Recherchen, gab es eine solche Anweisung von offizieller Seite nicht. Es gibt auch keinen offiziellen Auftrag gegenüber den Polizei- und Zollbeamten, deutsche Hundebesitzer vermehrt zu überprüfen.

Das Tierschutzgesetz gibt nach wie vor dieselben Voraussetzungen für einen Flug mit einem oder mehreren Haustieren vor und die Bestimmungen müssen nach wie vor von uns allen eingehalten werden.

Bisher ist in dieser drastischen Weise - nach unserem Kenntnisstand - nur vereinzelt verfahren worden. Wir müssen also davon ausgehen, dass gezielt die drei derzeit betroffenen Personen angezeigt wurden und von unbekannter Seite interveniert wurde. Andere Flüge mit Tieren funktionierten in den letzten Tagen ohne Behinderung.

Bei der entsprechenden Recherche in den griechischen Medien fanden wir im Internet unter anderem folgenden Artikel, den wir hier sinngemäß übersetzt haben:
Die Vorsitzende des Tierschutzvereines "Tierfreunde", Joannna Karagkouni, hat schon Anklage vor dem höchsten griechischen Gericht erhoben:

"Es existiert eine illegale Bewegung und dafür ist das Agrarministerium verantwortlich, da es die Einhaltung der Gesetzgebung nicht überprüft, sowie die Tierärzte, die so schnell Tierpässe ausstellen und die Gemeinden, die sich auf Vereinbahrungen mit angeblichen Tierschutzorganisationen einlassen, um sich der Tiere zu entledigen, während diese Tiere dann, gegen eine Bezahlung ins Ausland verbracht werden, angeblich zur Adoption. In Wirklichkeit weiß keiner etwas über den Verbleib der Tiere"
Der Autor fährt fort:
Es wäre noch anzumerken, dass die in Deutschland ankommenden Tiere, wenn sie nicht innerhalb von 15 Tagen adoptiert werden, eingeschläfert werden.
Quelle 1 | Quelle 2

Also eine alte Bekannte, die anscheinend eine nächste Welle von verleumdenden und behindernden Behauptungen veröffentlicht. Bereits vor etlichen Jahren hatte diese Dame (Joanna Karakgouni) auch unseren Verein im Visier und sorgte dafür, dass ein ganzer Hundetransport am Hafen in Piräus festgehalten wurde. Es mussten etliche Strafverfahren gegen die Fahrer durchlebt werden und es wurden hohe Unterkunftskosten für die Hunde geltend gemacht. Alles in allem hat das Verfahren Jahre lang angedauert bis sämtliche Vorwürfe fallengelassen wurden und alle Beteiligten freigesprochen wurden.

Die Vorwürfe sind nun wieder dieselben, wobei die vermeintlichen Tierquälereien nun auch darin liegen sollen, dass wir Hunde gegen 400,00 Euro an Sodomisten verkaufen. Die kranke Phantasie dieser Frau hat einfach keine Grenzen. Heute sind wir besser aufgestellt als damals und können schnell gegen diese Angriffe reagieren:

Die Präsidentin der vereinigten Tierschutzvereine Griechenlands, Frau Natascha Bouboulakis, hat bereits einen Rechtsanwalt vor Ort federführend mandatiert, der die Gesamtorganisation (ca. 80 Tierschutzvereine) vertreten und im Einzelnen die Vorkommnisse klären soll. Neben der Aufklärung der drei Vorfälle am Athener Flughafen wird der Kollege mit dem Ministerium klären, ob und in wie weit Vorschriften zum Hundetransport geändert wurden, damit allen Helfenden klar sein kann, welche Anforderungen an eine Flugpatenschaft gestellt werden.

In diesem Zusammenhang werden wir unterstützend mitwirken, indem ich die Europäische Kommission einschalten werde, um in Erfahrung zu bringen, wie wir mit den in Griechenland nicht eingerichteten TRACES Verfahren umgehen können, ohne Vorschriften zu verletzen.

Zudem ist der griechische Kollege dazu beauftragt, die entsprechenden Medien abzumahnen und Richtigstellungen zu verlangen, im Hinblick auf die ungeheuerlichen Anschuldigungen, was in Deutschland mit den Hunden aus Griechenland passiert.

Wir können den Weg eines jeden Hundes dokumentieren und haben dies auch schon mehrfach gegenüber den griechischen Behörenden getan. Insoweit macht sich Frau Karagkouni strafbar, wenn sie namentlich und wohl zum Teil auch mit Fotos versehene Anschuldigungen von erfundenen Straftatbeständen öffentlich macht.

Wir sollten alle den Kollegen und Frau Bouboulaki unterstützen ? finanziell und inhaltlich ? damit dem Treiben ein Ende gesetzt werden kann. Der Kollege bittet insoweit um Übersendung sämtlicher Vorfälle, Anzeigen, Veröffentlichungen der Frau Karagkouni etc. in diesem Zusammenhang, um ein vollumfängliches Gesamtbild abgeben zu können.

Bis die Angelegenheiten geklärt sind müssen wir alle bitten, peinlichst genau die Vorschriften zu beachten und die erforderlichen Dokumente mitzuführen, wenn Tiere ausgeflogen werden sollen. Problematisch war insoweit, dass Tiere für den neuen Besitzer, der bereits in dem Ausweis des Tieres registriert war, transportiert wurden, ohne dass eine amtlich beglaubigte Vollmacht des Hundebesitzers vorlag. Fliegt man mit einem Tier, das auf eigenen Namen im Ausweis eingetragen ist, ergibt sich dieses Problem nicht.

Wer in diesem Zusammenhang Erkenntnisse hat oder Veröffentlichungen im Internet dazu findet, was alles über die ausländischen Tierschützer veröffentlicht wird, wendet sich bitte über meine E-Mail an mich - rohde-tsioros@t-online.de -, damit ich die Informationen auf Griechisch an den Kollegen weiterleiten kann.

Über die Ergebnisse der Vorgehensweise vor Ort werden wir Sie an dieser Stelle weiter unterrichten. Der Kollege geht von ersten Ergebnissen in drei Monaten aus, aber wir sind darum bemüht, auch zuvor einige Schritte unternehmen zu können. Gemeinsam mit den griechischen Tierschutzvereinen sollten wir uns stark dafür machen, dass nicht eine einzige, selbsternannte Tierschützerin zusammen mit ihren Komplizen die mittlerweile wirkungsvolle und organisierte Arbeit der letzten Jahre zu Nichte macht.

Insoweit hoffen wir auch auf die neue Regierung Griechenlands, die die Sachbearbeiter in den Ministerin ausgetauscht hat und weiter austauscht und sich dafür einsetzt, dass Gesetze eingehalten werden und nicht zum eigenen Vorteil missbraucht werden.
Über Ihre Mitarbeit freuen wir uns!
Mit freundlichem Gruß, Christina Rohde-Tsioros
Rechtsanwältin


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