Gemeindepraxen Platanias und Kalyves 11.06.2016 Gedanken

Ein Bericht von:
Nina Schöllhorn
Tierärztin

Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, wird langsam zum Alltag. Unsere Kastrationskliniken bekommen so etwas wie Routine, die Abläufe spielen sich ein und es läuft immer besser. Alle Beteiligten wissen worauf es ankommt und worauf man sich einstellen muss. Termine für anstehende Kastrationstage werden schon einige Wochen im Voraus mit den Gemeinden festgelegt und es werden Wartelisten geführt, in die sich diejenigen eintragen, welche Tiere zur Kastration bringen wollen. Wir Tierärzte legen unsere Tour quer über die Insel fest, je nachdem wo, wie und wann Bedarf besteht. Im großen und ganzen läuft alles recht geordnet- trotzdem bleibt immer etwas Flexibilität und Improvisationstalent gefragt- aber sonst wäre es ja fast schon langweilig.

Es wäre ein Traum auch dort überall Anlaufstellen für Tierfreunde zu haben, wo wir mit Kastrationen und medizinischer Betreuung Hilfe anbieten können. Nina Schöllhorn

Recht neu dazu gekommen sind die Kliniken in Kalyves und Platanias.
In Kalyves wurde uns ein städtisches Gebäude zur Verfügung gestellt. In Platanias arbeiten wir in den Praxisräumen der griechischen Kollegin Georgia Loufardaki, die überaus hilfsbereit und zudem Gründungsmitglied des örtlichen Tierschutzvereines ist.

An beiden Orten gibt es eine große Nachfrage und es ist zweifellos noch viel zu tun. In beiden Gegenden gibt es große Zahlen an Straßentieren. Es ist schön zu sehen, wie vielen Leuten die Straßentiere doch am Herzen liegen. Zahlreiche Menschen betreuen einige heimatlose Hunde oder Katzen in ihren Dörfern. Natürlich sind sie überglücklich jetzt die Möglichkeit zu haben, diese Tiere zur Kastration zu bringen. Neuen Nachwuchs möchten sie alle verhindern, denn es sind so schon zu viele. Grundsätzlich möchten die meisten dieser Menschen natürlich für ihre Schützlinge lieber ein Zuhause finden, denn das Leben auf der Straße ist oft entbehrungsreich und birgt durchaus Gefahren. Doch für sie alle ein Zuhause zu finden ist unmöglich, das wissen wir alle. Es wäre natürlich eine schöne Zukunftsvision, der Tag an dem es nur noch Tiere mit Besitzer gibt. Doch bis dahin, werden wir uns damit zufrieden geben müssen, dass die Tiere zumindest kastriert sind und gefüttert werden. Eine regelmäßige Parasitenbehandlung wäre sehr wünschenswert. Doch daran scheitert es an den Kosten.

Trotz unserer festen Einrichtungen, die wir mittlerweile haben, gibt es immer noch zahlreiche schwarze Flecken auf der Kreta Karte in denen unsere Hilfe noch gar nicht ankommt. Es wäre ein Traum auch dort überall Anlaufstellen für Tierfreunde zu haben, wo wir mit Kastrationen und medizinischer Betreuung Hilfe anbieten können. Doch wenn man darüber nachdenkt, wo wir vor einigen Jahren standen und wo wir jetzt sind- vielleicht ist dieser Traum gar nicht so unrealistisch...


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