Lilli - der Hund 16.08.2019 Gedanken

Ein Bericht von:
Thomas Busch
Tierarzt und Vorstand

Touristen melden in der Hochsaison im Stundentakt Tiere, die sie gefunden haben und denen sie helfen möchten. Vielen Menschen müssen wir leider sagen, dass wir aus unterschiedlichen Gründen nicht viel tun können. Erst recht, wenn es sich nicht um schwer verletzte oder kranke Tiere handelt. Wenn aber der schwarz-weiße Notfall, den mir eine tierliebe Urlauberin per sms auf mein Handy schickte, fast vor meinen Füßen liegt…

Die Tierärztin Nina Rhode, Vorsitzende des Vereins „Tierisch menschlich e.V.“ besuchte uns zusammen mit Ihrer Freundin und Schauspielerin Lilli Hollunder auf Kreta. Für Nina war es eine Reise der Begeisterung. Vor sechs oder sieben Jahren half sie schon einmal bei Kastrationsaktionen. Damals waren die Straßen voll von herum streunernden Hunden. Heute sieht man kaum noch welche. „Wahnsinn, welch ein Erfolg“, hören wir immer wieder von einer Tierärztin, die in der Kölner Tierklinik, in der sie arbeitet, bereits unzähligen Tieren wieder auf die Beine geholfen hat, weil eben genau diese gebrochen waren.

Ninas Heimflug startet leider vier Stunden nach Lilli und kaum haben wir uns von ihr verabschiedet, suchen wir das übervolle Flughafenterminal nach einer schwarz-weißen Hündin ab. Sie soll schlecht aussehen und sehr abgemagert sein. Es dauert nur Minuten und wir haben sie. Mitten vor einer Treppe liegt sie und schläft. Schwach sieht sie aus, ist in der Läufigkeit, hat verklebte Augen, und lässt sich von uns untersuchen, als wüsste sie bescheid, was nun folgt. Es ist klar was folgt, oder? Nina verliebt sich innerhalb von Sekunden, schaut mich an und sagt: "Macht sie heil und ich nehme sie, wenn sie wieder gesund und geimpft ist.“

Wenige weitere Sekunden später sitzt Lilli (jetzt nicht durcheinander kommen, denn Lilli, die Schauspielerin, ist bereits im Flugzeug, während Nina und mir so auf die Schnelle nichts besseres einfiel als die Hündin Lilli zu nennen) hinten im Auto und fährt einer Zukunft entgegen, die mit Sicherheit besser ist, als die am Flughafen. Viele Menschen interessieren sich, während wir das Tier untersuchten für uns und Lilli (den Hund!) und eine Reiseführerin, die ich schon viele Jahre kenne, meint, dass Lilli die letzten drei Wochen weg war und jetzt in diesem schrecklichen Zustand wieder aufgetaucht ist.

Die ersten Tests zeigten einen massiven Giadienbefall. Das sind Darmparasiten, die keiner braucht, auch Lilli nicht. Ihre Augenprobleme werden behandelt (wir hoffen, das ihre Trübung nichts mit Staupe zu tun hat - wir machen den Test und halten sie in Quarantäne) und wenn sie aus der Läufigkeit raus ist und ein bisschen was auf den Rippen hat, werden wir sie kastrieren. Und dann, liebe Nina, gehört sie Dir.
Vielen Dank für Deinen Besuch, für Deine Hilfe in der Vergangenheit sowie in der Zukunft.
Thomas


mehr Tierschutzgeschichten

unsere Einsatzberichte

Spenden
Ein Bericht von:
Thomas Busch
Tierarzt und Vorstand

Spenden

  • Spendenkonto
    Kontoinhaber:
    Förderverein Arche Noah Kreta e. V. / Tierärztepool
    Institut: Commerzbank Lübeck
    IBAN: DE02 2304 0022 0020 9239 00
    BIC: COBADEFFXXX
  • Paypal
  • Paypal-Account: paypal@archenoah-kreta.com

Weitere Geschichten

Unter Wasser - Griechenland August 2019

Vier Wochen liegen hinter mir. Vier Wochen, in denen ich 600 Operationen durchgeführt habe. 400 weibliche Tiere mal unsere theoretischen 10 Welpen, die dadurch nicht auf diese Welt kommen, macht 4000 Mal ungewolltes Leid verhindert. ...


mehr lesen

Lilli - mal eben einen Hund retten

Lilli (vom Flughafen von Heraklion - wir berichteten bereits über sie) zeigte nach der ersten Untersuchung Folgendes: kachektisch (abgemagert) beidseitige Keratitis (Hornhauttrübung) läufig mittelgradige ...


mehr lesen