Lilli - mal eben einen Hund retten 26.08.2019 Gedanken

Ein Bericht von:
Thomas Busch
Tierarzt und Vorstand

Lilli (vom Flughafen von Heraklion - wir berichteten bereits über sie) zeigte nach der ersten Untersuchung Folgendes:

Die Warnlampen blinkten, aber auf diese Fälle sind wir vorbereitet. Lilli kam in die Quarantäne, ohne Kontakt zu anderen Tieren. Am nächsten Morgen:

Die Warnlampen blinkten röter. Lilli wurde Blut abgenommen, welches glücklicherweise am gleichen Tag mit einem Kollegen nach Deutschland geschickt und am selben Abend noch zum Labor gesandt werden konnte.

Weitere Untersuchungen folgten:

Diagnose:

Therapie:

Später wird Lilli noch kastriert werden. Sie wird für die Ausreise einen Mikrochip benötigen, einen EU-Heimtierausweis, zwei Impfungen und eine Flugbox. Selbstverständlich nimmt keine Airline einen Hund kostenlos mit. Die Kosten liegen zwischen 100,- und 250,-.

Lilli wird länger bei uns bleiben müssen. Bis sie ausreisefähig und gesund ist, werden mindestens zwei Monate vergehen. Bis dahin wird sie bei uns versorgt, was für unsere Pfleger und Tierärzte eine zeitliche Mehrbelastung von gut 1,5h pro Tag bedeutet (Kuscheln, Spielen, Spaziergänge – wenn sie gesund ist, nicht mitgerechnet) Die Kosten des Futters fehlen bewusst in dieser Rechnung.

Sie verstehen anhand von Lilli, dass eine Rettung „mal eben“ bei uns nicht funktioniert. Wäre Lilli zu einem Tierheim oder einer Pflegestelle gebracht worden, in der die medizinischen Möglichkeiten nicht in dieser Form gegeben sind, wäre Lilli für gesunde Tiere eine hoch ansteckende Zeitbombe gewesen. Und für sich selber natürlich auch.
Lilli bekommt alles von uns was sie braucht um gesund zu werden. Immer wieder müssen wir den Spagat leisten, zwischen den Kastrationen und „die Einzelschicksale ins Leben zurückzuführen“. Wir machen das Hunderte Male im Jahr, oft an der Öffentlichkeit vorbei, weil unsere Zeit einfach nicht ausreicht, um über jedes Tier einen gesonderten Bericht zu verfassen.

Lilli wird unseren Verein zirka € 700,- kosten. Für uns wäre es wunderbar, wenn diese Kosten nicht die der Kastrationen belasten würden, sondern getrennt gesammelt werden könnten. Wie auch bei den anderen Fällen, die oft noch kostenintensiver sind.

Die zeitliche Mehrbelastung trägt unser Personal seit Jahren gerne. Es ist auch für uns Balsam für die Seele, nicht immer nur Leid nicht auf die Welt kommen zu lassen, sondern es auch zu lindern. Denn jedes Tier ist etwas Besonderes, etwas Einzigartiges. Und Lilli erst recht.


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