Neues aus dem NLR 27.02.2016 New Life Resort

Ein Bericht von:
Antonia Xatzidiakou
Tierärztin

Grüne Felder, ein freier Blick auf die herrliche Berglandschaft, unzählige Olivenbäume, Vögel singen... alles scheint friedlich. FRIEDLICH? Es ist nie friedlich im NLR. Tiere bellen oder miauen, um gefüttert zu werden. Kranke oder verletzte Tiere, die verlassen in der Gegend umherirrten. Drei Wochen Einsatz auf ganz Kreta und unsere "Sammlung" von Patienten im NLR wächst stetig.

Gefunden von der Tierschutzorganisation "Kreta Hunde" kam Pfoti mit einer kleinen, aber dennoch extrem gefährlichen Verletzung an seinem Vorderbein zu uns. Was wie ein einfacher Schnitt aussah, war eine tiefe Wunde genau an der Stelle des Gelenks. Offene Verletzungen, die an Knochen heranreichen, können wirklich sehr unangenehm werden und führen in vielen Fällen zu Infektionen an der Knochensubstanz und in der Folge zu Amputationen der betroffenen Gliedmaße. Pfoti ist ein gerade mal acht Monate alter Welpe, der das Pech hatte, einfach zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Mit großer Geduld erträgt er es, die schmerzhafte Wunde zweimal täglich spülen zu lassen und zeigt uns jeden Tag, wie lieb er ist. Seine Reise hat gerade erst begonnen. Eventuell benötigt er noch spezielle orthopädische Operationen, aber eins ist sicher, er kann sich von nun an auf jemanden verlassen.

Während wir in unserer neuen Kastrationsklinik in Sitia kastrieren, werde ich auf Bakari aufmerksam. Das Feuer in ihren Augen? ihre gesamte Erscheinung. Ich operiere am laufenden Band weiter und versuche mich davon zu überzeugen, dass sich jemand um sie kümmern wird, da unsere Station bereits sehr voll ist. Doch der Gedanke an sie verschwindet nicht. Acht Stunden später betritt sie mager, ängstlich und mit schweren Hautproblemen das NLR mit dem Versprechen, dass wir uns um sie kümmern werden. Noch gibt es viele offene Fragen bezüglich ihrer gesundheitlichen Probleme, weshalb einige Bluttests nötig sind, aber schon nach nur einer Woche sieht sie besser aus. Auch ihr Fell beginnt wieder zu wachsen. Sie fängt an, uns zu vertrauen, und wir sind sicher, dass sie sich mit etwas Geduld zu einem schönen, gesunden Hund entwickeln wird.

Summer ist ein weiteres Opfer von jemandem, der nicht begriffen hat, wie wichtig Kastrationen sind. Nur durch Kastrationen lässt sich die Streunerpolpulation dauerhaft reduzieren. Ein Aussetzen oder gar Entsorgen in Müllcontainer löst das Problem in keiner Weise. Nur Haut und Knochen, ohne Appetit, mit Darm-Problemen und der ständigen Angst in den Augen, wurde Summer von Tierschützern gefunden und ist im Moment unsere kritischste Patientin. Updates zu ihren Fortschritten folgen.

Kurz nachdem ich diese News geschrieben habe, fährt ein Auto auf den Hof. Ein paar Leute haben in der Nähe einen mageren jungen Hund am Straßenrand liegend gefunden. Nach einem kurzen Blick scheint klar, dass er einen Unfall hatte, der zu einer Dislokation seines Hüftknochens führte und möglicherweise zu einer Fraktur seines Oberschenkels. "Bitte helfen Sie ihm", bittet man uns verzweifelt.
Friedlich.
Wie gesagt, das Leben im NLR ist selten friedlich...


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Antonia Xatzidiakou
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