Noah 15.04.2015 Tierschicksal

Am 01.02.1014 fing die Geschichte von Noah an, als diese Zeilen an unsere Pflegestelle Sara gingen...

... ich habe keinen Namen, bin nur ein kleines altes Hündlein mit einer Nummer. Ich bin schon mindestens 5 Jahre hier im Tierheim. Immer habe ich mich versteckt und bin den Menschen aus dem Weg gegangen. Ich habe von ihnen noch nie gutes erfahren. Die letzten Wochen haben meine Kräfte angefangen zu schwinden, mein Zähne waren inzwischen vereitert, meine Krallen lang und eingewachsen. Es wurde immer kälter und ich immer dünner. Dann wurde ich richtig krank, bekam hohes Fieber. Ich legte mich in den Schnee und wartete darauf, dass es endlich alles zu Ende ging mit mir. Ich war schon ganz bedeckt von Schnee, als mich eine freundliche Stimme weckte. Ich war zu schwach um mich zu wehren, als sie mich in ihre Arme nahm. Es müssen viele Stunden vergangen sein bis ich wieder zu mir kam. Es war warm, ich war in Decken gewickelt und wieder sprach die Stimme zu mir. Sie sagte ich soll den Menschen noch eine Chance geben, ich solle um mein Leben kämpfen, damit ich lernen kann dass Menschen auch gut sein können. Sie erzählte mir was mir bisher alles vorenthalten geblieben war in meinem Leben. Und dass sie alles dafür tun würde, damit ich all dies jetzt kennen lernen könne. Ich begann die Stimme zu mögen, ich begann ihr zu glauben. Und ich kehrte zurück ins Leben.

Liebe Sara, die Stimme flüsterte mir zu, ich solle mal vorsichtig bei Dir anfragen, ob es vielleicht bei Dir ein Plätzchen gibt für mich. Ich bin klein und werde mich ganz unauffällig verhalten..."

Viele Briefe gingen hin und her und schon damals hab ich gefragt: "Hast du denn eigentlich schon eine Idee? Möchtest du das Plätzchen hier als Sprungbrett für Dein eigenes Zuhause nutzen oder hattest du vor hier länger zu bleiben?"

Und ich bekam zur Antwort: "Und wenn ich erstmal wieder Vertrauen in die Menschen gefunden habe, dann werde ich auch ein eigenes Zuhause finden. Das ist wichtig habe ich gehört, damit wieder ein Platz frei wird bei Dir, denn es soll ja immer ein Türlein offen stehen für schlimme Fälle wie ich, der kleine Noah."

Ein Jahr und zwei Monate ist seit dem vergangen und in dieser Zeit hat sich nicht einmal jemand für Dich interessiert. Dies mag daran liegen, dass Du unter Epilepsie leidest und auch stark autistische Züge hast. Wenn ich Dich heute das Selbe wieder fragen würde, ich hätte keine Ahnung was du antworten würdest. Du lässt mich so wenig Einblick nehmen in Deine Welt, was Dir gefällt oder nicht gefällt, was Du Dir wünscht und wovon Du träumst - ich habe keine Ahnung. Trotzdem sind wir in der Zeit irgendwie ein bisschen zusammen gewachsen. Die ritualisierten Abläufe und unser Alltag sind Dir bekannt und Du findest dich zurecht. Ein bisschen Vertrauen konntest Du schon fassen und Du kannst entspannen. Es ist bestimmt noch was möglich, ich glaube fest an Dich!

Mein kleiner Noah - mit dir habe ich alle Höhen und Tiefen der Gefühlswelt durch, von traurig, wütend, verzweifelt über resigniert und ahnungslos, bis hin zu freudig und überglücklich. Ich habe viel von dir und mit Dir gelernt - dafür Danke ich Dir sehr.

Und deshalb hab ich nach langer Überlegung mir selber die Frage gestellt: "Soll es hier weiterhin ein Sprungbrett sein, oder bist Du hier vielleicht schon in Deinem Zuhause angekommen?" Und ich habe die Antwort heute mit einer Unterschrift besiegelt.

Mein kleiner Noah-Bube - DU BIST ANGEKOMMEN - In Deinem Zuhause :-) Du wirst bei uns bleiben und darfst Dich in Deinem gewohnten Umfeld irgendwann ganz zu Hause fühlen.

Ich hab dich lieb, Noah - Willkommen Zuhause!
Liebe Grüße
Sara, Xenia, Meier und deine Pflegeschwester Tisha


mehr Tierschutzgeschichten

unsere Einsatzberichte

Spenden

Spenden

  • Spendenkonto
    Kontoinhaber:
    Förderverein Arche Noah Kreta e. V. / Tierärztepool
    Institut: Commerzbank Lübeck
    IBAN: DE02 2304 0022 0020 9239 00
    BIC: COBADEFFXXX
  • Paypal
  • Paypal-Account: paypal@archenoah-kreta.com

Weitere Geschichten

Kreta - Tagebuch Pfingsten 2019

Sonntag. Abflugtag. Haben Sie Lust, mit nach Kreta zu kommen? Wollen Sie uns begleiten? Dann müssen Sie aber früh aufstehen. Um 7:35 Uhr geht der Flieger. Eine Dienstreise im Touristenbomber. Die Sonne schläft noch, als wir uns aus ...


mehr lesen

Alles Müller!

Hm. Zwei Buchstaben, die ausreichen. Wer mehr von Andi Müller erfahren will, muss sich anstrengen. Oder zwei Jahre mit ihm zusammenarbeiten. Das taten wir. Alles fing an, als es um einen Umbau in unserem NLR ging. Wir suchten jemanden, ...


mehr lesen