Papu - Weihnachten 2016 23.12.2016 Gedanken

Ein Bericht von:
Nina Schöllhorn
Tierärztin

Er hat schon viele Weihnachten erlebt, doch nie etwas davon mitbekommen. Weihnachten war ein Tag wie jeder andere. Er sass in seinem winzigen Zwinger, umgeben von Leidensgenossen, die das selbe traurige Schicksal teilten. Kälte und Nässe machten ihm schwer zu schaffen. Der harte Boden liess seine Liegeschwielen immer größer werden, seine Haut fing an zu brennen. Doch dies alles war nichts gegen die große Sehnsucht in ihm: Die Sehnsucht sich zu bewegen, seinen Körper zu strecken und mit langen Sätzen über die Wiesen zu fliegen. Und eine Hoffnung brannte noch immer als kleiner Funke in ihm. Die Hoffnung einen Menschenfreund zu finden, einen Menschen mit dem er durch dick und dünn gehen wollte um all die kleinen und großen Momente des Lebens zu teilen. Doch viele, viele Jahre vergingen. Er war schwarz und groß und wurde immer älter. Und er war einer unter sehr vielen.

Und eine Hoffnung brannte noch immer als kleiner Funke in ihm. Die Hoffnung einen Menschenfreund zu finden, einen Menschen mit dem er durch dick und dünn gehen wollte um all die kleinen und großen Momente des Lebens zu teilen. Doch viele, viele Jahre vergingen. Er war schwarz und groß und wurde immer älter. Und er war einer unter sehr vielen.Nina Schöllhorn

Ich gehe wie so oft durch die Reihen eines Tierheims, diesmal auf Rhodos. Das Gefühl in meinem Magen ist immer das Gleiche. Wie immer haben ich einen hektischen, die Hunde regelrecht scannenden Blick. Schon immer versuche ich jede sich mir bietende Chance zu nutzen einem Hund zu einem neuen Leben zu verhelfen. Ich blicke im Vorbeigehen in so viele Gesichter und sie alle erzählen eine Geschichte. Plötzlich halte ich inne. Ich blicke in ein ausdrucksvolles ergrautes Gesicht und ich sehe seine Sehnsucht und den winzigen Funken der noch in ihm brennt. Und noch etwas sehe ich vor mir: Das Gesicht einer rumänischen Hündin, die ich vor einigen Jahren aus einer ähnlich schlimmen Situation retten konnte. Da wittere ich sie, eine kleine Chance...
Was dann folgte können Sie sich denken. Alles lief nach Plan, bis wir Papus Blutwerte erhielten. Das Telefonat, das dann mit seiner angehenden neuen Besitzerin folgte werde ich nie vergessen. Sie sagte nur: ?Es geht mir um diesen einen Hund, um dieses Lebewesen. Wer von uns ist schon perfekt und völlig gesund? Ich zumindest bin es nicht.? Große Worte, damals ganz nebenbei und selbstverständlich ausgesprochen, sorgen noch heute bei mir für Gänsehaut.

Diese Worte haben dazu geführt, dass Papu nur kurze Zeit später die Reise in ein neues Leben antreten konnte. Innerhalb kürzester Zeit ist er mit Solvi, seiner rumänischen Freundin und Christine, seinem Frauchen, zusammen gewachsen. Sie sind ein super Team, das sieht man sofort. Papu kann endlich nachholen was er all die Jahre schmerzlich vermisste und er genießt jeden Tag. Wer ihn über die Wiesen rennen oder völlig entspannt auf dem Sofa liegen sieht, der kann das Glück dieses Hundes deutlich spüren. Und Papu kann lachen! Spätestens wenn man in dieses Lachende Hundegesicht schaut, dann muss einem das Herz aufgehen.

Papu, genieße Dein erstes richtiges Weihnachten mit Deiner Familie! Ich wünsche Dir von Herzen, dass noch sehr viele folgen werden!
Nina Schöllhorn


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