Sarna 01.03.2016 Tierschicksal

Ein Bericht von:
Dr. Marga Keyl
Tierärztin

Als wir heute morgen in die Klinik der Bons Amigos in Praia kamen, sah ich dieses kleine Bündel Elend in einer Box. Jemand hatte sie gefunden und zu uns gebracht. Die Tatsache, daß sie überhaupt noch lebte, grenzt an ein Wunder. Sie war eiskalt und dehydriert, fühlte sich an, als ob jemand sie gerade aus dem Kühlschrank geholt hätte. Das Thermometer konnte nichts messen, was bedeutet, daß die Temperatur unter 32°C war.

Schnell packten wir den von starker Räude gezeichneten, kleinen Körper in warme Decken, füllten Handschuhe mit warmem Wasser und auch die Infusion wurde angewärmt, um ihre Körpertemperatur zu steigern. Am Nachmittag gab das Thermometer uns endlich einen Wert: 33,4°C. Mit dieser immernoch extrem niedrigen Temperatur stand unsere kleine Kämpferin auf um etwas zu fressen. Wir nennen sie "Sarna" und werden um ihr Leben kämpfen, denn das tut sie auch. Heute Nacht wird sie bei Veronica und mir in der warmen Wohnung bleiben, so können wir ihre Infusion weiter anwärmen und ihre Wärmflasche wechseln.

Update Sarna

Heute Morgen ist unsere kleine Sarna über die Regenbogenbrücke gegangen. Unsere Versuche, sie zu retten, waren vergebens. Zwar hatte sich Sarnas Körpertemperatur zwischenzeitlich bis auf 37,5 Grad erhöht. Auch hatte sie gefressen und war selbständig aus ihrem mit Wärmflaschen beheizten Körbchen aufgestanden. Daher waren wir kurzzeitig auch optimistisch, dass sie es schaffen würde. Dann aber verschlechterte sich ihr Zustand wieder. Ihre Temperatur sank erneut, sie fraß nichts mehr und schließlich hat sie uns trotz all unserer Bemühungen verlassen. Wieder einmal hat das Menschenmögliche nicht gereicht. Uns bleibt nur das Wissen, dass sie in den letzten Tagen ihres kurzen Lebens Liebe und Wärme erfahren durfte.
Kleine Sarna, du bist nicht mehr da, aber wir können dich nicht vergessen.


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