Trampami 21.01.2017 Gedanken

Ein Bericht von:
Nina Schöllhorn
Tierärztin

Trampamis Geschichte berührte viele unter Ihnen und hat einen Sturm an Hilfsbereitschaft ausgelöst, mit dem wir niemals gerechnet hätten und der uns sehr beeindruckte.

Jeder der ihn kennenlernte war fasziniert von seinem von Grund auf lieben und freundlichen Charakter und seiner positiven Einstellung dem Leben gegenüber- trotz seines Handicaps. Sein offener ehrlicher Blick ging einem nicht mehr aus dem Kopf. Und für alle die ihn kannten stand fest, dass diesem kleinen Kerl geholfen werden muss.

Doch eins stand fest: Wir wollten und konnten diesen liebenswerten, einzigartigen Hund nicht aufgeben. Wir vertrauten darauf, dass auch Sie dieser Meinung waren und baten um Hilfe.Nina Schöllhorn

Wie schlimm es aber wirklich um ihn stand, konnte erst nach der Vorstellung in einer Klinik in Deutschland festgestellt werden. Die Diagnose war eine angeborene Anomalie der ersten Halswirbel. Trampami würde nur mit Hilfe einer aufwändigen und sehr teuren Operation zu einem schmerzfreien, lebenswerten Leben verholfen werden können. Diese Nachricht war niederschmetternd, denn die Kosten waren sehr hoch und wir waren uns nicht klar wie wir dies bewerkstelligen sollten. Doch eins stand fest: Wir wollten und konnten diesen liebenswerten, einzigartigen Hund nicht aufgeben. Wir vertrauten darauf, dass auch Sie dieser Meinung waren und baten um Hilfe.

Was folgte war eine Welle der Menschlichkeit, des Zuspruchs und der guten Wünsche für unser kleines Sorgenkind. Ich muss zugeben, dass ich während der wenigen Tage in denen unsere Sammelaktion lief, regelmäßig Gänsehaut bekam. Ich war überwältigt von der Anteilnahme in Ihren Reihen, von der Hilfsbereitschaft und Ihren lieben Worten. Innerhalb kurzer Zeit hatten wir den benötigten Betrag zusammen. Ich weiß, dass am 04.01. als Trampami schwierige Stunden im OP in der Klinik in Haar verbrachte nicht alleine war. Sehr viele waren in Gedanken bei ihm, schickten ihm gute Wünsche und einige Kerzen brannten extra für ihn.

Die ersten Tage nach der OP waren nicht einfach, Trampami ging es nicht sehr gut, er verweigerte das Fressen, machte einen verstörten, ängstlichen Eindruck und tat sich schwer mit seinen Bewegungen. Wir machten uns große Sorgen. Doch kaum konnte der Kleine die Klinik verlassen, ging es steil bergauf mit ihm. Trampami hatte menschliche Nähe und Zuneigung vermisst, die er nur in einer Familie findet, so wie er sie braucht. Meine Kollegin Melanie nahm ihn bei sich Zuhause auf und kümmerte sich liebevoll um ihn, so dass er gute Fortschritte machte.

Und dann geschah das kleine Wunder: Eine Nachricht mit der wir nicht gerechnet hatten und die in unserem Team überschwängliche Freude auslöste: Während seines Klinikaufenthaltes war eine der Mitarbeiterinnen wohl öfter als nötig vor Trampamis Krankenstall stehengeblieben. Sie hatte immer wieder seinen Kopf gestreichelt und in seine Augen geschaut. Und so war es geschehen, dass sich der kleine Setter den Weg in das eine entscheidende Herz geebnet hatte, den Weg in sein eigenes Zuhause, zu seiner eigenen Familie.

Trampami wurde liebevoll aufgenommen, so wie er ist. Ohne besondere Erwartungen und ganz sicher nicht mit dem Anspruch einen makellosen Hund zu bekommen. Im Gegenteil, im vollen Bewusstsein einen Hund zu adoptieren, der eben nicht ist wie alle anderen, einen, der es in seinem bisherigen Leben besonders schwer hatte, einen, der etwas Hilfestellung braucht. Und Trampami blüht auf! Er macht täglich Fortschritte und die Klinik ist sehr zufrieden mit ihm.

Unser kleiner wackeliger, überaus liebenswerter Setter hat es geschafft. Dank Ihrer großartiger Hilfe konnten wir gemeinsam sein trauriges Schicksal in ein überaus glückliches verwandeln.

Ich danke Ihnen allen von Herzen für dieses Zeichen der Menschlichkeit. Es macht Mut wieder hinaus an die Schauplätze zu ziehen, wo viele weitere Tiere in scheinbar auswegloser Situation warten. Doch gemeinsam können wir großes erreichen. Danke.

Und: Trampami, Du bist perfekt- so wie Du bist. Lauf so schnell Du kannst und verlerne nie Dein bezauberndes Lachen!
Ihre Nina Schöllhorn


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