Umbau im New New Life Resort - zweiter Teil 29.06.2017 New Life Resort

Ein Bericht von:
Thomas Busch
Tierarzt und Vorstand

Oliver ist nicht gefahren! Er hat einen Tag verlängert. Ist das nicht süß? Somit können wir noch gemeinsam das Dach vollenden und im Eingangsbereich unseres Wohnhauses gibt es etwas zu schweißen. Nur ein paar Rohre...
Wie sich später herausstellt, dauert es einen kompletten Vormittag, um die Rohre "mal eben" zu schweißen. Unser Grundstück liegt an einem Abhang, gestützt durch eine Mauer, auf der sich oben ein massiver Zaun befindet. Hinter dem Zaun geht es ungefähr 5 Meter steil hinunter. Im Laufe der Zeit hat sich nun efeuartiges Geranke hochgewunden und die einzelnen Äste haben inzwischen gut und gerne 10 cm. Sie richteten sich der Sonne entgegen und wurden schwerer und schwerer. Irgendwann hielt der Zaun das Gewicht nicht mehr und beugte sich dem Abgrund entgegen.Blöderweise war an eben diesem Zaun eine provisorische Pergola mit Rohren befestigt, die nach und nach abbrachen. Diese nun wieder zu der alten Form zurückzuführen gelang nun mal nicht "eben". Mit Seilen an der Anhängerkupplung des Autos zogen wir den Zaun wieder vom Abhang weg in Richtung Grundstück. Allerdings mussten wir fast die komplette Efeuberankung zurückschneiden, denn das Gewicht zog alles immer wieder in die Tiefe. Nun schneiden Sie mal auf einem wackeligen Zaun in 7 Meter Höhe (2 m ist der Zaun hoch) mit einer stumpfen Säge im Geschlinge Efeuäste ab...

Malte und ich stehen nun alleine da, schauen uns ein wenig leer, fast traurig an und machen das, was andere Menschen an einem Wochenende auch tun. Nichts.
Dieses Nichts sieht am Abend so aus: Abwassergrubendeckel neu in Beton gegossen. Das Grundstück von Unkraut befreit. Die Garage leergeräumt und den dreckigen Boden gekärchert. Fünf Olivenbäume geschnitten. Stromanschluss zum linken Hundehaus angeschlossen . Eine verletzte Krähe eingefangen. Vier Ladungen Müll weggefahren. Ein ganz entspannter Sonntag eben.Thomas Busch

Es wurde Nachmittag bis wir fertig waren. Oliver packte nun endgültig seine Sachen und machte sich auf den Weg in Richtung Fähre. Irgendwie hatten wir alle das Gefühl, nicht unglücklich zu sein, wenn am heutigen Abend und in naher Zukunft keine Fähre mehr nach Athen ablegen würde. Es war eine tolle Zeit mit Dir, Oliver, Du bist ein wahnsinnig guter Arbeiter, Du hast gezeigt, was Tempo ist und ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Es war doch erst gestern, als Du mich in München aufgelesen hast...

Malte und ich stehen nun alleine da, schauen uns ein wenig leer, fast traurig an und machen das, was andere Menschen an einem Wochenende auch tun. Nichts. Dieses Nichts sieht am Abend so aus: Abwassergrubendeckel neu in Beton gegossen. Das Grundstück von Unkraut befreit. Die Garage, die ein Teil unseres Lagers ist (und in die mindestens 4 Autos passen würden) leergeräumt und den dreckigen Boden gekärchert. Fünf Olivenbäume geschnitten. Stromanschluss zum linken Hundehaus ans Haupthaus angeschlossen (ab jetzt haben wir Strom im Hundetrakt). Eine verletzte Krähe eingefangen. Vier Ladungen Müll weggefahren. Ein ganz entspannter Sonntag eben.

Wir verabreden und mit Andi ab jetzt jeden Morgen um 6:00 und arbeiten bis 13:00. Andi macht dann Feierabend und wir verziehen uns ins Haus. Draußen sind locker an die 40 Grad. Geräte, die in der Sonne lagen, kann man mit bloßen Händen nicht mehr anfassen, man verbrennt sich. Körperliche Arbeit sorgt dafür, dass zwei Minuten später der Schweiß in Bächen an einem herunterläuft. Am späten Nachmittag machen Malte und ich dann weiter. Der Kampf mit den Mücken beginnt beim Sonnenuntergang. Andi übernimmt das Mauern der Trennwände zwischen den Ausläufen. Ich möchte, dass später die Hunde so wenig Kontakt zueinander haben, wie eben möglich. Wir sind eine Krankenstation und umgeimpfte, kranke und infektiöse Tiere prägen unseren Arbeitsalltag. Wir möchten an jeder Stelle verhindern, dass sich Infektionen ausbreiten können. Außerdem versuchen wir, stationäre Tiere so schnell wir möglich weiter zu vermitteln. Demnach sind sie nicht lange bei uns, es sei denn, ihre Heilung zieht sich über einen mehrwöchigen Aufenthalt oder sie sind schwer zu vermitteln. Je nachdem wie viel Geld uns nach der Fertigstellung des Hundehauses noch zur Verfügung steht, spricht nichts gegen einen großen Auslauf, in dem die geheilten Tiere gemeinsam toben und spielen können. Aber eins nach dem anderen.

Zwei größere Probleme sind aufgetaucht. von den tausend kleineren mal abgesehen.
Es war uns vom ersten Moment an klar, dass alles an diesem Stall krumm und schief ist. Hinzu kommt der Betonboden, den wir mit einem entsprechenden Gefälle gegossen haben. Nun, wo die Trennmauern stehen, fällt das Schiefe extrem auf. Aber stört das irgendjemanden? Die Hunde bestimmt nicht, und da alles schief ist, hat dies sogar Charme. Wir werden die Trenngitter entsprechend schweißen und damit die optische Achse wieder finden. Oder auch nicht... Das Zweite ist die Randabdeckung des Daches. Es gibt keine vorgefertigten Bleche, die verhindern, dass Ungeziefer sich in unserer Isolierung ausbreitet. Wir werden selber irgend etwas anfertigen müssen.
Während ich das schreibe, kommen zwei weitere Probleme massiver Art auf uns zu. Den Betonmischer hat uns die Betonfirma geliehen. Nun braucht sie ihn wieder und wir finden in ganz Rethymno keinen billigen. Und 490,- möchte ich ungern dafür ausgeben. Die Suche wird verkrampft, denn ohne Mischer steht der Bau still! Problem Nummer vier: Andis Schleifhexe gibt den Geist auf. Und da mich jeder bekniet, auch mal anständiges Werkzeug auf der Station zu haben (immer wird irgendwo was zu reparieren sein) kaufe ich einen halben Laden leer. Ähnlich ergeht es dann auch meinem Portemonnaie...


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