Vergiftet - aber nie vergessen! 22.01.2015 Tierschicksal

Ein Bericht von:
Ines Leeuw
Tierärztin

Welche Gedanken gehen Menschen durch den Kopf, wenn sie Giftköder für Katzen auslegen? Ist es Genervtheit gegenüber Lebewesen, die auf ihrer verzweifelten Suche nach Nahrung diesen Menschen zu nahe kommen? Ist es Hass? Oder ist es die pure Gewohnheit, weil man sich ja schon immer auf irgendeine Art und Weise der Tiere entledigt hat? Welche Gedanken kommen auf, wenn diese Menschen am nächsten Tag die leblosen Kadaver, gezeichnet von einem qualvollen Todeskampf, neben den Futterplätzen dieser Tiere sehen? Triumpf? Zufriedenheit? Gehen sie nach Hause und berichten stolz beim Mittagessen Frau und Kindern von ihrem Erfolgserlebnis? Eine akzeptable Antwort werden wir nie darauf finden.

Die immer wiederkehrenden Vergiftungsaktionen ziehen uns den Boden unter den Füßen weg. Ein aufgebautes Hilfssystem für die Straßentiere, indem wir sie kastrieren, die Tierschützer vor Ort sie täglich über Jahre hinweg füttern und medizinisch versorgen, wird über Nacht zunichte gemacht. Die vermeintliche Sicherheit der Tiere wird wie durch ein Tsunami zerstört und Leben ausgelöscht. Wut, Trauer und Zorn keimen in uns auf. Hilflosigkeit bei allen, die die Katzen über Jahre hinweg betreut haben. Manche sagen, wir müssen diese alltäglich vorkommenden Geschehnisse akzeptieren. Wir können und wollen es aber nicht! Wir lassen uns nicht entmutigen, wir werden noch mehr kastrieren und werden weiterhin jeden Tag aufs Neue für eine Zukunft der Straßentiere kämpfen. Helfen Sie uns Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe zu übernehmen. Wir sind es ihnen schuldig!

Nebenstehend sehen sie Bilder von Katzen, die im Dezember 2014 in Pigi auf Kreta vergiftet wurden. Sie waren alle kastriert und wurden regelmässig von einem unserer Partner versorgt.


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Ines Leeuw
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