Zwischenbericht aus Rhodos 15.03.2016 Gedanken

Ein Bericht von:
Thomas Busch
Tierarzt und Vorstand

Liebes Kreta-Team, hallo Kapverden -Tierfreunde!
Anhand der Zahlen, die Ihr, Marga und Nina in unser Laufband eintragt, sehe ich, dass Eure Tage ebenfalls lang sind. Sehr lang. Aber das Ergebnis spornt uns hier auf Rhodos nur noch mehr an, obwohl wir langsam auf dem Zahnfleisch kriechen. Gestern war ?Halbzeit? und wir haben es tatsächlich geschafft, in 7 Tagen 507 Tiere zu operieren. Eine wahnsinnige Leistung von Melanie und Antonia! Obwohl eine chronische Müdigkeit, eingerissene Fingerkuppen (durch das Anziehen der Fäden), eine leichte Sehnenscheidenentzündung und schmerzende Beine bei beiden Chirurginnen das Ende der Aktion herbeisehnen, werden wir bis zum letzten Tag alles in unserer Macht stehende geben, um so viele Tiere wie möglich vor schlimmen Verletzungen oder dem grausamen Tod zu bewahren.

Auch hier werden uns, wie bei jedem Einsatz, verletzte oder kranke Tiere im Stundentakt gebracht. Besonders schlimm hat es eine kleine Katze erwischt, deren Vorderbein der beste Knochenspezialist dieser Welt nicht mehr hätte retten können. Ihr kennt diese Bilder - tagtäglich. Wir amputierten. Jetzt erholt sich unser Schatz in einer Box zu unseren Füßen und schnurrt mit der Schermaschine bei jeder Rasur um die Wette. Leider stimmt auch irgend etwas mit ihrem Hinterbein nicht, so dass wir sie mit nach Deutschland nehmen werden. Sie ist wirklich zauberhaft.

Oft denken wir an Dich, Marga, dass Du von Afrika aus diese Möglichkeit leider nicht hast. Trotzdem wissen wir, mit Dir eine bestens ausgebildete Tierärztin dort hin geschickt zu haben und wünschen Dir, dass Du nur sehr wenig Tiere erlösen musst. Ich finde die Idee mit den Containern großartig und drücke Euch weiterhin die Daumen. Und auf Kreta zeigen die Zahlen ebenfalls wieder einen großen Schritt nach vorne. Wie viele Dörfer sind bereits "unter Kontrolle"? Nina, gib weiterhin alles!

Außerdem hörte ich per Telefon und Mailkontakt, dass "unser" LKW in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal die Insel heil erreicht hat. 46 Tonnen Futter und Hilfsgüter in gerade mal drei Monaten. Respekt, allen daran beteiligten. Ich sehe Euch förmlich schwitzen, sehe Maren mit ihrer riesigen Liste der Futterverteilung vor mir, sehe Piet durch die Futtersäcke kriechen, immer auf der Suche nach dem besten Foto, sehe unseren lieben LKW-Fahrer Georgo, der es sich nicht nehmen lässt, auch immer wieder selbst Hand mit anzulegen und denke zurück an die vielen Jahre, die wir diese Transporte bereits ermöglichen. Da waren zu Anfang die Fahrten mit einem Passat und einem Vito. Vollgestopft bis unter das Dach. Dann kam der Pyromane, an den sich Viele vielleicht noch erinnern können. Ich selbst saß ungefähr dreißig Mal am Steuer und habe unaufhaltsam gebetet, dass er nicht liegen bleibt. Er tat das nie!

Dann die Futtertransporte einer befreundeten Spedition, dann die Seeverschiffung und heute wieder die Transporte mit einem LKW. Großartig, zu was fleißige Hände in der Lage sind!
Und Sie, liebe Leser, die unsere Zeilen verfolgen, haben dazu beigetragen, dass wir mit der medizinischen Versorgung UND mit den vollen Bäuchen parallel zwei der wichtigsten Säulen des Tierschutzes aufrecht erhalten können. Nun müssen wir aber wieder los. Die ersten Kandidaten warten bereits. Und die Tierfreunde von flying-cats, die diese wahnsinnigen Aktionen auf Rhodos schon seit Jahren ermöglichen und finanzieren, fiebern mit jedem Tag mit und wünschen sich ebenfalls, dass uns so viele Tiere wie möglich gebracht werden.

Liebe Grüße an die Welt hinaus, von der wir uns ein bisschen isoliert vorkommen. Von 9:00 Uhr bis 21:00, 22:00, 23:00 oder noch später umgibt uns das Elend, von dem wir hoffen, mit unserer Arbeit ein bisschen was reduzieren zu können. Allen Tierärztinnen, allen Assistenten, den Helfern und den Sponsoren einen erfolgreichen Tag. Melanie, Antonia, Thomas und das gesamte Rhodos-Team


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