Knut sucht ein Zuhause

Knut hatte es nicht immer leicht im Leben. In sehr schlechtem Zustand wurde er uns auf Kreta gebracht. Die Haut durch eine unbehandelte Leishmaniose massiv geschädigt und rappeldürr dazu.

Natürlich haben wir uns ihm angenommen, medizinisch versorgt, die Leishmaniose gut mit Medikamenten eingestellt und aufgepäppelt. Inzwischen ist das Fell schön nachgewachsen, er hat an Gewicht zugelegt und seiner Lebensfreude steht nichts mehr im Weg.

Knut ist ein super freundlicher Kerl, der sehr viel Energie hat und einen riesen Spaß an Bewegung. Daher suchen wir sportliche Leute, die Lust haben, Knut auszupowern, aber ihn auch vom Kopf her zu beschäftigen. Mit Artgenossen verträgt er sich super. Gegen ausgiebiges Spielen mit einem gleichstarken Kumpel hat er gar nichts einzuwenden. Auch mit Katzen kommt er klar. Knut kann gut Auto fahren, er läuft prima an der Leine und ist im Haus angenehm entspannt.

Wer Knut seit Herz schenkt, wird einen treuen Kameraden bekommen, mit dem er viel Spaß haben wird.

 

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Der Anruf kam mit der Bitte um Amnestie. „Er ist so lieb“. So jung. So unschuldig. Und es ist einfach nicht fair, wenn er sterben muss, bloß wegen einer Diagnose, von der alle glauben, dass er sowieso stirbt. Ihr habt doch Erfahrung mit dieser Krankheit und schon viele gerettet“, drang es aus Kreta an mein Ohr. „Ich werde mit Antonia sprechen“ antworte ich, wissentlich, dass damit die Frage längst entschieden war. Aber ich verlies Kreta und Antonia kam. Demnach ist es eine Frage der Absprache und der Höflichkeit mit der nachfolgenden Ärztin zu besprechen, welche Tiere in der Station sind, bzw. welche noch kommen oder verschickt werden können. Thomas ist es wichtig, das NLR nicht zu einem Tierheim werden zu lassen und damit hat er völlig recht. Da Antonia und ich in diesen Entscheidungen aber seelenverwandt sind und ich das erste Foto, welches ich erhielt an sie weiterleitete, war mir klar, was passieren würde. Antonia würde das Bild sehen und ihre Gedanken wären innerhalb von Millisekunden bei einem ähnlichen Fall, um den sie leider vergebens gekämpft hatte - Rocky.

Wahrscheinlich würden ihre Augen feucht werden, sie würde ihren Beruf verfluchen und ein „JAAA!“ zurückschicken. Genauso geschah es. Knut sollte zukünftig ein weit schöneres Leben führen, als das bescheidene Vermarktungsdasein seines verstorbenen Namensvetters aus dem Berliner Zoo. Zumindest sollte er später wieder aussehen, wie ein liebenswerter, knuddeliger, dicker und gesunder Eisbär. Immer wieder huscht die Frage an mir vorbei, warum man sich nicht eher um dieses Schicksal gekümmert hat, wieso man zuschaut, wie Leid offensichtlich existiert ohne irgend etwas zu machen. Aber diese Gedanken sind auch schnell wieder verflogen, da es mich selber nervt, darüber nachzudenken. Knut sieht krank aus. Knut ist abgemagert, Knut IST krank! Alles andere ist egal. Antonia und ich haben als Tierärztinnen die Möglichkeit, Tieren wie Knut zu helfen. Wir haben ein wunderbares Team um uns herum und eine Notfallstation, die eine Zuflucht für hilfsbedürftige Tiere darstellt. Wir können alles in die Wege leiten, was wir brauchen, um ins Innere von Knut zu sehen, ohne auf irgendetwas Rücksicht nehmen zu müssen. So lenke ich meine trüben Gedanken ab und bin viel lieber bei Ihnen, liebe Spender, die sich hoffentlich auch mit Knuts Geschichte identifizieren können und uns dabei helfen, dass wir ihm zu einem besseren Leben verhelfen können.

Antonia wird ihn auf den Kopf stellen, ihn baden und füttern. Sie wird die Herausforderung annehmen und noch verbissener kämpfen als sie es eh schon tut. Sie tut es für sich selbst, für ihr Land, für mich, für Knut. Und für Rocky.

Ihre Melanie