Monsieur Mathieu sucht ein Zuhause

„C’est la vie“ - „so ist das Leben eben“, eine französische Floskel, die einem in aussichtslosen Situationen Trost schenken soll. Anders ist es im Fall von unserem lieben Monsieur Mathieu. Obwohl er in dem Zustand, indem er zu uns gekommen ist, wohl allen Grund dazu gehabt hätte, aufzugeben.

Monate, vielleicht auch Jahre muss er sich mit seinem völlig krummen und steifen Vorderbein fortgeschleppt haben. Als einer von 18 Katzen wurde er in einen griechischen Vorgarten gefüttert. Jedoch konnte er sich mit seinem Handicap unter seinen Artgenossen nicht durchsetzen, sodass er am Ende als einziger oft leer ausging. Rangkämpfe um Futter stehen auf der Straße an der Tagesordnung, denn hier geht es ums Überleben. So ist sicherlich auch passiert, dass er mit FIV angesteckt wurde.
Eine infektiöse Erkrankung des Immunsystems, die ihm zusammen mit seinem starken Durchfall und seinen unzähligen blutsaugenden Parasiten die letzten Reserven raubten. Als er zu uns gebracht wurde, war er nicht mehr als Haut und Knochen und es war anfangs nicht sicher, ob er es schaffen wird.

Monsieur Mathieu ist kein Freund von Floskeln, sondern ein Kämpfer. Für sein kaputtes Bein konnten wir leider nichts mehr tun, jedoch haben wir alles daran gesetzt den Durchfall zu bekämpfen, den Parasiten das Garaus zu zeigen, sowie seine Kraftreserven wieder aufzufüllen. Nach 2 Wochen Intensivbehandlung ist er bereits schon nicht mehr wieder zu erkennen. Denn der einst wilde Kater freut sich schnurrend über sanfte Streicheleinheiten, während er genüsslich sein Futter schlabbert und täglich zusehends zunimmt.
Es wird noch ein wenig Zeit brauchen, bis er kräftig genug ist, um die Reise nach Deutschland anzutreten. Da er durch seine FIV Erkrankung besondere Ansprüche an sein neues zu Hause hat, möchten wir jedoch keine Zeit verstreichen lassen. Toll wäre ein eingezäunter Auslauf im Garten, damit er seine Erkrankung nicht weitertragen kann. Vielleicht sogar mit Gesellschaft einer anderen FIV positiven Katze.

Wir hoffen sehr, dass sich ein schönes und sicheres zuhause findet, wo er den Rest seines Lebens „la vie en rose“ kennenlernen darf. Er wird es mit französischen Charme danken.