Priesemut sucht ein Zuhause

Er war das ärmste Wesen im ganzen Tierheim. Alle Hunde dort waren sehr unglücklich und litten unter den dortigen Umständen mehr oder weniger stark. Doch beim Anblick von ihm kamen uns fast die Tränen. Ein abgemagerter Körper mit sehr lichtem struppigen Fell drückte sich zuckend an die Wand seines winzigen Zwingers. Er zuckte unaufhörlich, denn er leidet unter einem Staupetick, den er als Überlebender der Staupe zurückbehalten hat.

Manch ein Schicksal ist so schlimm, dass es nicht ignoriert werden kann. Auch wenn es schwierig sein wird, ein Zuhause für ihn zu finden. Wir konnten ihn dort nicht zurücklassen!

Warum hat er nun ausgerechnet den Namen Priesemut bekommen? Nun ja, der Sohn der Kollegin, der er ganz besonders am Herzen liegt, durfte den Namen aussuchen. Priesemut ist der Held in seinem Kinderbuch. In gewisser Weise ist er auch tatsächlich ein Held. Er hat die fatale Infektionskrankheit Staupe ganz alleine auf der Straße überlebt und im Anschluss viele Wochen unter den mangelhaften Zuständen im Tierheim überstanden.

Priesemut ist jetzt in erster Linie erstmal glücklich über das gute Futter, das er in ausreichender Menge bekommt und den warmen Schlafplatz den wir ihm bieten. Er ist sehr freundlich, mag uns Menschen und ist verträglich mit Artgenossen.
Dieser Hund der so alt und verbraucht aussah als wir ihn auffanden, ist gerade mal 1,5 Jahre alt. Er hat sein ganzes Leben noch vor sich!

Ein Staupetick kann durchaus besser werden mit der Zeit. Aber auch jetzt hat Priesemut Lebensqualität und hat das Recht auf ein glückliches Leben. Wir hoffen, dass es Menschen gibt, die ihn annehmen, wie er ist und ihm ein Leben ermöglichen, das er verdient.