Salome sucht ein Zuhause

Ausgesetzt als kleines Katzenkind an einer einsamen Mülltonne. Irgendwo im Nirgendwo. Weit und breit keine Katzenmutter oder Geschwister. Wie genau sollte die Zukunft dieses Kätzchens aussehen? Anders gefragt, sollte es eine Zukunft haben oder wollte sich jemand feige aus der Verantwortung ziehen? Diese Fragen wird uns wahrscheinlich nie jemand beantworten können. Zufälligerweise hörten wir ihr hungriges Miauen, als wir unseren Müll nach einer Kastrationsaktion an dieser einsamen Mülltonne entsorgen wollten. Eigentlich waren wir ihr unheimlich, aber ihr Hunger machte sie mutiger als sie tatsächlich war. Sie machte sich lauthals bemerkbar, kam aus dem sicheren Gebüsch geklettert und kommunizierte mit uns auf ihre schüchterne Art und Weise. Aus der Ferne begann sie zu schnurren. Verschlang das Futter und sah uns zu, wie wir nachdenklich wieder ins Auto stiegen. Drei Tage fütterten wir sie, dann wurde uns klar, dass wir sie nur noch ein letztes Mal sehen, bevor wir am nächsten Tag zu einer anderen Kastrationsklinik fahren würden. Schweigend fuhren wir zu ihr, sie wartete bereits auf ihr Abendessen. Es sollte nicht ihr letztes gesichertes Abendessen sein, das verdeutlichte unser aller Nachdenklichkeit.

Salome war anfangs ein ernstes Katzenkind. Spielen war ihr fremd, die anderen Kätzchen zu wild. Erst als sie ihre Freundin Sandy für sich alleine hatte und sie im schönsten Katzenspielzimmer der Welt einzogen, begann sie ihre Ernsthaftigkeit in Fröhlichkeit umzuwandeln.  Sie schaute sich Vieles von ihrer verschmusten Freundin ab und bemerkte, wie toll es ist, gekrault zu werden. Nun möchte Salome stets von ihren Menschen gekrault werden. Toben und spielen sind ihre Freizeitbeschäftigungen, die sie von nun auch nicht mehr missen möchte :-).

Wir wünschen uns für Salome ein schönes Zuhause bei ruhigen Menschen. Natürlich nur zusammen mit ihrer Freundin Sandy, mit der sie dann auch zukünftig den Garten erkunden möchte.