Wieso auch wir manchmal "retten" statt kastrieren

Kreta - August 2020

Thomas Busch, Tierarzt und 1. Vorsitzender

Diese Tierrettung bitte nicht falsch verstehen, aber eine Vermittlung auf Kreta ist schwierig und sehr unwahrscheinlich. Solange die Hunde jung sind, ist eine Vermittlung in Deutschland relativ leicht. Sind die Tiere erwachsen und älter, sinken ihre Chancen in beiden Ländern. Das Resultat: eine lange Zeit im Tierheim.
Die Bedingungen in Irapetra sind nicht optimal, aber man gibt sich dort große Mühe. Wenn wir im NLR Platz haben, bieten wir überfüllten Tierheimen an, von dort Tiere für die Ausreise vorzubereiten und zu versenden. Unsere Vermittlungschancen sind dank einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit gut. Ebenso unsere medizinische Betreuung.
Es ist zu den langen OP Tagen eine anstrengende Herausforderung, die Tiere in unserer Station auch noch zu betreuen, aber wir tun das gerne.
Wir sind keine Maschinen, die nur kastrieren, nein, vor dem existierenden Elend können auch wir nicht weglaufen oder weggucken. Aber es spornt uns jeden Tag zu erneuten Höchstleistungen am OP-Tisch an.
Als wir Irapetra verließen, wurden erneut neun Welpen abgegeben...

 

Zuerst baue man ein NLR. Dauer: 3 Monate bis zu 3 Jahren.

Dann führe man eine Kastrationsaktion in Ierapetra durch.

Man verliebe sich in ein Rudel Junghunde, die dort höchstwahrscheinlich wenig Chancen haben, vermittelt zu werden.

Man bzw. Frau hat schrecklich Mitleid

Dann der schwierigste Akt: Das Auswählen. Sieben dürfen mit.

Im NLR folgt als erstes ein Bad

Natürlich erfolgt die Behandlung gegen Würmer und Parasiten. Ebenso die Bluttests.

Dass die Boxen und das Auto gereinigt werden müssen, versteht sich nach einer dreistündigen , kurvenreichen Fahrt von alleine.

Gute Nachrichten: in vier Wochen treten sie die Reise nach Deutschland an. Drei der Racker haben bereits Interessenten.