Lilli'S Heimreise

Ein Bericht von Thomas Busch | Tierarzt

Am Flughafen fanden wir sie. Reglos lag sie vor einer Treppe, an der tausende Menschen jeden Tag zum Einchecken vorbei laufen. Tierliebe Urlauber hatten Mitleid mit dem dünnen und offensichtlich geschwächten Tier und informierten uns.
So kam Lilli zu uns.
Zuerst wurde sie aufgepäppelt, ihr Blut untersucht, sämtliche Test gemacht. Medikamente halfen ihr dabei. Schmuseeinheiten auch. Als sie stabiler wurde gab es die obligatorischen Impfungen, einen Chip und am Ende wurde Lilli natürlich auch kastriert. Flugpaten standen bereit und ein neues Zuhause gibt es wohl auch schon.
Wir ließen uns es nicht nehmen und begleiteten Lilli auf ihrem - für uns - letzten Schritt bis fast ins Flugzeug.
Und wie das Schicksal so spielt, checkten wir Lilli exakt an dem Schalter ein, an dem sie vor zwei Monaten neben der Treppe lag und völlig apathisch auf Hilfe wartete.
Wir haben unseren Teil dieses Schicksals übernommen und danken den Menschen, die sich an Lillis Genesung erfreuten und uns halfen, das Geld für ihre „Reise“ zusammenzutragen. Es versteht sich von selbst, dass durch diese „kleine“ Mehrarbeit trotzdem im gleichen Tempo auf Kreta kastriert wurde, wie sonst auch.
Danke auch an den Verein Tierisch Menschlich e.V. aus Köln, dessen Tierärztin, Dr. Janina Rohde, uns besuchte und sofort Lillis Vermittlung übernahm.