Skip to main content Skip to page footer

Perspektivwechsel

Ein Bericht von Kerstin Klamann

Stellen Sie sich das mal etwa so vor :
Ein schöner Vormittag in Deutschland, das Wetter ganz nach ihrem Geschmack und Sie haben genug Zeit für ihre Lieblings-Hunde-Runde mit ihrem Vierbeiner.  Also los gehts, auf dem Wald-Parkplatz stellen Sie ihr Auto ab, der Hund freut sich wie verrückt, die Natur ruft, aber kurz bevor Sie auf den Wanderweg einbiegen, sehen Sie neben dem Mülleimer da hinten einen Pappkarton und … hat der sich nicht eben bewegt?! Kann doch eigentlich nicht sein, oder?

Es ist natürlich etwas unheimlich, ein sich bewegender Karton auf einem einsamen Parkplatz, aber die Neugier siegt und Sie gehen hin … und was Sie dann sehen, verschlägt Ihnen die Sprache. Viele kleine Hundewelpen wuseln da übereinander, leise piepsend, nach der Mutter suchend, aber hier ist keine Mutter, man guckt sich ja gleich um,  aber hier ist weit und breit keine Hundemutter, nur Sie sind da mit ihrem Hund.
Was machen Sie? verzweifelte Frage ….
Kiste stehen lassen? auf keinen Fall!
Kiste mitnehmen, aber was dann?
Erst mal nach Hause, dann vielleicht zum Tierarzt oder gleich in´s nächste Tierheim?
Hoffentlich hält der Karton, denken Sie noch so, denn er ist ziemlich feucht, schon ganz durchgepieschert von den Kleinen und das in dem neuen Auto … und die Welpen haben bestimmt Hunger, was gibt man denen denn jetzt bloß zu fressen?
 
Das sind alles Fragen, die wir uns HIER stellen würden, weil so etwas doch eher selten vorkommt, mir ist es jedenfalls noch nie passiert, aber den Mitarbeitern vom Tierärztepool in Griechenland, auf den Kapverden oder in Rumänien passiert das häufig und es ist dann eigentlich auch keine Frage mehr, wie so etwas möglich ist, wieso jemand eine ganze Kiste voller Welpen einfach so in der Natur entsorgt, denn die Menschen dort sind mit ihren 2x jährlich Nachwuchs produzierenden Hunden und  Katzen einfach überfordert. Was sollen sie auch mit den vielen Tieren, die sich ungebeten immer wieder einstellen und die, selbst wenn man sie groß werden ließe, dann keiner haben wollte. Also weg damit, möglichst in die weiten Felder oder  an abgelegenen Parkbuchten entsorgt, schnell raus mit der Kiste aus dem Auto und beim Losfahren sich nicht mehr umdrehen.
 
Aber was tun unsere Retter vom Tierärztepool jetzt mit so einer Kiste voller viel zu junger, mutterloser Tiere ? Einige von den Kleinen so schwach, dass sie noch nicht einmal selber fressen können … alle 2 Stunden mit der Pipette füttern ??  und dann 12 Wochen lang sie päppeln, liebhaben, pausenlos anfassen, um sie zu sozialisieren, ihre Verdauung überwachen, sie vor Krankheiten beschützen, alles kostengünstig, weil sie ja selber Tierärzte sind, aber dann ??  Welpen brauchen ab der 12. Woche ein Zuhause, wo sie lernen, was das Leben alles mit sich bringt : an der Leine laufen, sich vor Fahrrädern, Autos und zuhause vor Staubsaugern, Mixern und rumtobenden Kindern nicht zu fürchten, mal alleine bleiben und sein Geschäft weder im Haus noch im Auto zu machen ….  Sie wissen, was ich meine, wenn Sie schon mal einen Hund hatten !
 
Aber wie sollen die Mitarbeiter vom Tierärztepool das alles schaffen ?  Es ist eine nicht schaffbare Aufgabe, der sie nur so begegnen können, dass sie jeden Tag und immer wieder so viele Straßenhunde, Straßenkatzen und Hoftiere der einheimischen Bevölkerung wie möglich kastrieren und in Zusammenarbeit mit den Politikern vor Ort langfristig die Einstellung gegenüber Kastrationen zum Positiven hin verändern. So eine Aufgabe ist eine Lebensaufgabe, etwas, was nur mit unendlicher Liebe und einer gigantischen körperlichen Konstitution zu schaffen ist ( stehen Sie mal beim Kastrieren 8 Stunden auf einer Fliese !! und das mehrere Tage hintereinander ) und nicht zu vergessen :  wenn wir hier schon - Gott sei Dank – keine Welpen am Straßenrand aufsammeln müssen, so können wir doch wenigstens diese gute Sache finanziell unterstützen und in unserem Freundeskreis weiter bekannt machen!!
 
Ich möchte an dieser Stelle einmal allen Mitarbeitern vom Tierärztepool von Herzen danken, dass ihr täglich und über Jahre diese sinnvolle Arbeit tut, keine Anstrengung scheut und immer wieder mit neuer Hoffnung aktiv werdet, auch wenn euch dabei manchmal das Herz bricht, weil ihr dann doch nicht mehr helfen konntet.

Und DANKE, dass Ihr aktuell wieder den Kampf für einige dieser Winzlinge kämpft, die geboren wurden um in einer Parkbucht entsorgt zu werden.
DANKE,  ihr seid mir eine Herzensfreude, macht weiter so !!!

Helfen

Der Förderverein Arche Noah Kreta e.V. ist ein tiermedizinisch orientierter Tierschutzverein, dessen Schwerpunkt die Kastration von Straßentieren ist. Das Team besteht aus mehreren Tierärztinnen und Helferinnen, die international Kastrationsaktionen durchführen.
Jeder bekommt eine Chance auf ein besseres Leben! All das wird nur möglich durch Ihre Spende!

Jetzt spenden!

In vielen unserer Projekte werden regelmässig Helfer benötigt. Manchmal brauchen wir tiermedizinisch vorgebildete Unterstützung. Manchmal einfach Menschen, die die Tiere vor und nach der OP betreuen, Boxen waschen und anpacken, wo Hilfe benötigt wird. Wenn Ihr der Meinung seid, dass wir Euch kennenlernen sollten, sendet uns eine Email an   jobs@tieraerztepool.de.
Oft aber kann jeder einfach helfen - so zum Beispiel bei den Kastrationsprojekten auf Rhodos oder in Epanomi. Hier werden Leute benötigt, die Katzen vom und zum Fangort fahren, Fallen und Boxen reinigen usw.

In den Helfergruppen auf Facebook könnt Ihr Euch vernetzen:

  Flying Cats e.V. - Kastrationsprojekt Rhodos - Helfer

  ACE - Tiere in Not (Epanomi)

TierInsel Umut Evi e.V.: Kontaktaufnahme über tierinsel-tuerkei-vorstand@t-online.de