Mogli

von Regine

Im Sommer besuchten uns Melanie und Thomas mit einem kleinen Anliegen im Gepäck…
Von dem verwahrlosten Tierheim in Tsivaras auf Kreta suchten noch einige Hunde dringend eine Pflegestelle, denn die Wintermonate nahten und dann wird es schwierig, Tiere auszufliegen. Und außerdem wusste ja kein Mensch, wie sich die Coronapandemie entwickeln würde. Mein Mann und ich sagten zu und irgendwie hörten wir den Stein von Melanies Herz aufschlagen. So kam es, dass wir am 27.09. Mogli am Flughafen München abholten.

Nun sind solche Tiere ja auch immer ein kleines Überraschungsei. So ganz genau weiß man nie, was da drin ist, beziehungsweise, wie sich das neue Familienmitglied zukünftig in einer komplett neuen Umgebung verhält. Mogli wurde aber von Tsivaras ins NLR gebracht, um vor allem seine Gesundheit auf Vordermann zu bringen. Von dort kam dann eine wunderbare Charakterisierung, die auch ziemlich genau zutraf.

Der kleine Mogli mit seinen Dackelbeinchen hat sich bei uns auch gleich wohl gefühlt, ist sehr unkompliziert und hat sich auf Anhieb mit unseren anderen Hunden verstanden. Es sei denn, es geht um Knabberzeug, da kennt er keinen Spaß!
Zwei Wochen nach Moglis Einzug hatte sich eine Freundin zum Kaffee trinken bei uns angekündigt. Ein Kaffeetrinken mit Folgen. Zwei Beine kamen, sechs verabschiedeten sich... Mogli der alte Charmeur nutzte die Gunst der Stunde und schlich sich im Minutentakt immer tiefer in ihr Herz. Es war sozusagen „Liebe auf den ersten Blick“.

Meine Freundin haderte noch kurzfristig mit sich, das Herz sagte „ja", aber der Kopf sagte „nein“. Es wäre im Moment nicht der richtige Zeitpunkt…
So ein Blödsinn! Wann ist schon der „richtige Zeitpunkt“? Ist es nicht viel wichtiger, dass hier offenbar zwei zueinander gefunden hatten? Meine Freundin und ein mega süßer Hund aus Kreta.
Die langen Spaziergänge im Wald, die gemeinsamen Stunden bei der Arbeit, der volle Bauch, ein eigenes Haus - Moglis Bedürfnisse sind völlig erfüllt und meine Freundin genießt seit Monaten diesen „perfekten Zeitpunkt“!
Und wir? Wir sind glücklich, wieder einer Armen Seele von Kreta geholfen zu haben und freuen uns schon auf den nächsten Besuch von Melanie und Thomas.

Eure Regine