Emmy

...und dann kam Emmy!

von Karin

Dieses Jahr war in vielerlei Hinsicht kein gutes Jahr.

Für alle von uns.
Für mich noch etwas schlechter als sowieso schon, da ich meinen Seelenhund gehen lassen musste.
Der Schock war riesig, und im ersten Moment zog es mir den Boden unter den Füßen weg.
Da wir aber etwas mehr Hunde haben als der Durchschnittsmensch ging das Leben weiter.
Cala, Clio und der kleine Mic (alles Hunde vom Förderverein Arche Noah Kreta e.V.) wollten ja schließlich weiter ihren Spaß am Leben haben. Also kehrte schnell der Alltag wieder ein.
Doch irgend etwas fehlte einfach :(

Schnell beschlossen wir, wieder Pflegestelle für Ninas Notfälle zu sein. Wenn Nina weiß, daß jemand ein Plätzchen frei hat, geht es nicht wirklich lange bis sie etwas Passendes findet. So kamen und gingen ein paar wundervolle Hunde ...und dann kam Emmy!

Nina schickt mir per WhatsApp ein paar Bilder mit dem Text: „Klein, krumm, etwas armselig aber sehr süß!“
Ich war sofort schockverliebt! So was Süßes hatte ich echt noch nie gesehen, so herzig, so hübsch, so niedlich – ihr kennt das ja bestimmt alle, wenn einem das Hirn aussetzt!
Es dauerte noch ein paar Wochen bis sie bereit zur Ausreise war und ich fieberte dem Tag entgegen bis sie endlich kommt.
Am 11.07. war es dann so weit. Endlich war sie da.
Meine Freude war groß, die meines Rudels allerdings nicht.

Emmy hatte einen richtig schlechten Start bei uns: Cala hatte so vor ihr so große Angst, dass sie nur noch im oberen Stockwerk lebte – da war sie vor dem Terrorzwerg sicher, da Emmy keine Treppen laufen kann.
Mic fand sie nur noch doof, dabei hatte ich so gehofft das er mit ihr einen Spielkameraden hat.
Clio ignorierte sie einfach.
Das Fräulein fand dafür Menschen doof, Fressen doof, Leine doof, Gassi gehen doof, draußen pinkeln doof, Auto fahren mega doof.

Zwei Wochen war ich sowas von verzweifelt.
Und dann, von einem Tag auf den anderen hat sich das Blatt gewendet.
Warum so plötzlich? Ich kann es euch nicht sagen. Cala hat wieder bei uns unten gelebt, Mic fing an mit ihr zu spielen. Endlich hatten wir das passende Futter für sie gefunden, sie fing an Spaß am Laufen zu haben und Vertrauen zu Menschen aufzubauen.

Heute liebt Zwergi das Leben bei uns. Sie läuft wie eine "Eins", sie ist nur noch lustig, wir freuen uns jeden Tag an ihr.
Klar, sie ist und bleibt ein kleiner, komischer Kauz – aber vielleicht lieben wir sie gerade deshalb so sehr?
Die Trauer über den Verlust von Tisha ist weniger geworden und ich bin mir ganz sicher, daß sie es so gewollt hätte. Daß ihr Platz nicht leer geblieben ist, sondern wieder eine arme Socke ihn einnehmen durfte!