Ronja

von Simone und Stefan


Über ein Jahr waren wir hundelos und tasteten uns langsam an die Idee heran, unsere Familie wieder aufzufüllen als uns eine Freundin und Mitarbeiterin der Arche ein Foto zeigte – ein Welpe ca. 6 Wochen alt, hellwach, verschmitzt, mit viel Spaß am Leben. Sein Schicksal war es viel zu früh von der Mutter getrennt über Nacht über den Zaun des Arche-Hauptquartiers auf Kreta geworfen worden zu sein. Dies sollte sich als Glücksfall für ihn und uns erweisen. Unsere Entscheidung dauerte nur wenige Sekunden – der Kleine war sofort in unseren Herzen. Es sollte aber noch eine Weile dauern, bis Timon zu seinem Plüschtier Pumba und damit zu uns kommen sollte – Corona und Parvovirose erschwerten die Zusammenführung. Arche-ologin Sabrina hat sich rührend um Timon gekümmert, ihm das Leben gerettet und ihn in ihrem Rudel aufgepäppelt.


Eine Woche bevor wir Timon bei ihr abholen konnten, wurden wir auch als Paten in die Arche-Familie eingeführt. Wir holten Ronja in Frankfurt ab. Ca. 7 Monate alt, hatte sie mit ihren Brüdern am Strand gelebt, war aber ohne zu zögern nach einem letzten Bad im Meer anstandslos in das Archemobil gesprungen. Hier angekommen, war sie sehr verstört und verängstigt. Wir behielten stets im Kopf: „Sie ist nur vorübergehend bei uns, wir zeigen ihr behutsam unsere Lebensweise, bis wir sie in gute und passende Hände abgeben.“ Dann fing sie an aufzutauen. Eine Woche später stieß Timon zu uns und hatte gleich eine große Schwester. Die beiden waren schnell ein Traumduo, aber wir waren uns ja sicher, dass wir keine zwei Hunde haben wollten – auf keinen Fall, niemals…


Vier Wochen später haben wir unsere festen Prinzipien über Bord geworfen – Ronja bleibt – wir wurden Pflegefamilienversager auf der einen Seite und auf der anderen Seite Hundeeltern eines höchst dynamischen, immer gut gelaunten Spitzbuben und seiner großen Schwester – seriös, dickköpfig, ruhig und ein Kuschelmonster. So unterschiedlich sie sind, so schön harmonisieren sie miteinander. Konnte zu Anfang Timon noch unter seiner Schwester durchlaufen, ist es nun andersherum. Nachdem auch Ronja schon eine schwere Erkrankung überstanden hat - eine bakterielle Hirnhautentzündung – freuen wir uns auf viele schöne gemeinsame Jahre und danken der Arche und vor allem seinen Mitarbeitern für ihren Einsatz und die tierische Menschlichkeit, mit der sie ihrer Berufung nachgehen und die beiden tollen Kumpels in unser Leben gebracht haben. Ronja und Timon bestätigen ständig durch ihre Anhänglichkeit und Lebensfreude, dass auch sie allen Arche-ologen dankbar für ihr neues Leben sind, auch wenn es für die beiden Kretaner im Augenblick ein wenig schattig hier bei uns in Mitteleuropa ist.
 
Herzliche Grüße aus Nürnberg
Simone und Stefan