Patricia

Kapitulieren ist nicht unsere Stärke. Erst recht nicht, wenn es um die Entscheidung über Leben oder Sterben geht. Doch wie sollen wir entscheiden, wenn einer scheuen Katze nicht dauerhaft geholfen werden kann und ein Leben für sie in der Nähe von Menschen purer Stress bedeutet? Mit normalen Standardbehandlungen gegen Juckreiz und Parasiten konnten wir Patricias permanentes Kratzen nicht dauerhaft eindämmen. Detaillierte Diagnostik war vor Ort ebenfalls nicht optimal umsetzbar. Wir schoben unsere Entscheidung vor uns her, auf ein Wunder hoffend. Ein Wunder Richtung Heilung gab es nicht, aber Patricia entschloss sich, zahm zu werden. Somit eröffneten sich ganz neue Wege und wir entschieden kurzerhand, dass sie uns nach Deutschland begleiten würde. Hop oder top, Patricias Zustand war grenzwertig. Das dermatologische Diagnostikregister wurde bis in alle Details ausgelotet und Dermatologen Telefonjoker ergänzend genutzt - Patricia ist offensichtlich an einer seltenen Autoimmunerkrankung namens Systemischem Lupus Erythematodes erkrankt. Nicht einfach, aber bei Ansprechen auf die Medikamente managebar. Mit Beginn der spezifischen Therapie verbesserte sich ihr Zustand täglich. Gerührt beobachtete ich, wie schnell sie sich wohler fühlte und Lebensfreude zurück kam. Sie begann zu spielen und eine lustige Katze zu werden. Sie entschloss sich, am Familienleben teilzunehmen, die wärmsten Plätze als die ihrigen in Beschlag zu nehmen und zu kuscheln, wann immer ihre Lieblingsmenschen sich Zeit für sie nahmen. Ihre physische und psychische Verwandlung war beeindruckend. Als eine befreundete Familie sich dann auch noch in Patricia verliebte und sie sich dazu entschloss, sie zu sich zu nehmen, war ihr vollkommenes Glück besiegelt. Ich danke euch von Herzen, dass sie bei euch sein darf. Keiner weiß, wie lange wir Patricias Charme genießen dürfen. Aber wir sind uns alle einig, dass wir keinen einzigen Tag missen möchten, diese tolle, charakterstarke, taffe Maus bei uns gehabt zu haben!  

Eure Melanie Stehle