Peachy

Einige finden wir selber, aber die meisten Patienten werden zu uns gebracht. Unsere Partner "finden“ beim Einfangen der Straßentiere zu Kastrationszwecken immer wieder kranke oder verletzte Vierbeiner, die uns vorgestellt werden. Müssen!

Manche Verletzungen sind alt, manche frisch, manche können geheilt werden manche nicht. Gemeinsames Schicksal ist, dass alle Tiere um ihr Überleben kämpfen und manchmal auch enorme Schmerzen leiden mussten.
Es ist egal ob es eine riesige infizierte Wunde auf dem Körper ist, ob die Ohrspitzen von der Sonne tumorös geworden sind, ob ein Bein gebrochen ist, ob der Kiefer frakturiert ist oder ob eine (oder beide) Augen verletzt sind.
Trotz dieser Qualen muss das Leben weitergehen. Nahrung suchen, sich vor Regen schützen, vor Gefahr weglaufen, Jungtiere grossziehen... Schmerzmittel gibt es natürlich nicht.
Unsichtbar, lautlos, einsam vergeht manchmal das Leben. Wenn man Glück hat dauert es nicht lange. Andere leiden jahrelang. Ein Streunerleben!

Für Peachy war es nicht anders.
Ein hübscher unkastrierter junger Kater wollte die Welt erkunden. Doch am (fast) falschen Ort und zur falschen Zeit. Ein Autounfall verletzte seinen Nerv am Vorderbein irreversible und hinterließ den unteren Teil mit einer offen Fraktur. Und nun? Nun sollte Peachy als Dreibein überleben und die Infektion inklusive Bruch selbst heilen. Wenn er stark und kräftig genug wäre.

Für Peachy war es dann aber doch noch bisschen anders. Ein bisschen Glück hat ihm geholfen, denn sein ausgewählter Ort war gar nicht so ganz falsch denn der Ort war direkt vor meiner Tür.
Ohne dass einer von uns beiden sich sonderlich dagegen wehren konnte wurde Peachy operiert und bekam auch sein Schmerzmittel und die Antibiose. Ein Service, der draußen auf der Straße nicht immer selbstverständlich ist.
Sein Bein war leider nicht zu retten dafür aber ein sorgen- und schmerzfreies Leben gesichert. Im Gegensatz zur Mehrheit von unvorsichtigen Straßenkatzen musste Peachy nicht kämpfen und wird Leid nicht kennenlernen.
Nach seiner Erholung ist er bei unserer Praktikantin Lena in Pflege und hat seit einigen Tagen seine endgültige Familie gefunden.